Konzernchef Christophe Fouquet erteilt einer aggressiven Ausnutzung der marktbeherrschenden Stellung eine Absage. Wie Fouquet der Financial Times darlegte, beabsichtigt ASML nicht, die Preise zur Gewinnmaximierung übermäßig in die Höhe zu treiben.

Der Vorstandsvorsitzende begründete diesen Kurs unter anderem mit bestehenden Engpässen in den Lieferketten, die einem schnellen Ausbau der Fertigungsgrenzen entgegenstehen. Gleichzeitig warnte Fouquet davor, dass China durch die eigenständige Entwicklung von DUV-Maschinen (Deep Ultraviolet) mittelfristig zu einem direkten Konkurrenten heranwachsen könnte.

Sektor-Aufwind durch Investitionspläne

An den Finanzmärkten sorgten gestern parallel dazu neue Impulse aus der Technologiebranche für Rückenwind. Ein deutlicher Anstieg der geplanten Ausgaben für Cloud-, Rechen- und Infrastrukturkapazitäten im Börsenprospekt des KI-Unternehmens Anthropic verlieh europäischen Halbleiterwerten spürbaren Auftrieb. Die Titel von ASML profitierten von dieser allgemeinen Erholung der Ausrüsterbranche und legten gestern um 3,8 Prozent auf 1.616,20 Euro zu.

Damit setzt sich die übergeordnete Erholung der vergangenen Monate fort. Mit dem jüngsten Anstieg liegt das Papier nun noch 7,5 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 1.748,00 Euro, das Ende Juni erreicht worden war.

Analysten blicken auf die Q3-Zahlen

Für zusätzliche Zuversicht sorgte eine frische Einschätzung der Schweizer Großbank UBS. Analyst Francois-Xavier Bouvignies bekräftigte gestern seine Kaufempfehlung für ASML mit einem Kursziel von 2.350 Euro. Das Analysehaus sieht in dem Konzern einen Favoriten für die anstehende Berichtssaison und hob insbesondere die langfristigen Kapazitäts- und Umsatzziele für die Jahre 2027 und 2028 hervor.

Medienberichten zufolge richtet sich die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer bereits auf den 14. Oktober 2026, an dem ASML seine vollständigen Ergebnisse für das dritte Quartal vorlegen wird.

Flankiert wird die operative Entwicklung durch anhaltende Kapitalmaßnahmen. Wie das Unternehmen Anfang der Woche mitteilte, kaufte ASML im Zeitraum vom 21. bis zum 25. September im Rahmen seines laufenden Programms insgesamt 165.200 eigene Aktien zurück. Das Transaktionsvolumen belief sich hierbei auf rund 248,2 Millionen Euro.