Ein robuster US-Arbeitsmarkt und enttäuschende Zahlen von Broadcom belasten globale Chip-Aktien schwer. Auch ASML kann sich diesem Abwärtssog nicht entziehen. Die Papiere des niederländischen Anlagenbauers fallen am Freitag um knapp fünf Prozent auf 1.442,60 Euro.
Doppelschlag für den Sektor
Der Ausverkauf hat zwei konkrete Auslöser. Erstens verfehlte Broadcom die Erwartungen der Analysten. Der US-Konzern rechnet im dritten Quartal nur mit 16 Milliarden Dollar Umsatz bei KI-Chips. Der Markt hatte auf über 17 Milliarden Dollar gehofft. Das dämpft die Fantasie für den gesamten Sektor.
Hinzu kommt starker Gegenwind von der Zinsfront. Die US-Wirtschaft schuf im Mai unerwartet 172.000 neue Stellen. Das pulverisiert die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen. Steigende Zinsen belasten hoch bewertete Technologieaktien traditionell stark.
Absturz vom Rekordhoch
Der Rücksetzer kommt abrupt. Erst am Dienstag markierte die ASML-Aktie ein neues Allzeithoch bei 1.529,80 Euro. Der Konzern stieg damit zum wertvollsten Unternehmen Europas auf.
Trotz des aktuellen Kursrutsches steht seit Jahresbeginn noch immer ein Plus von rund 46 Prozent auf der Anzeigetafel. Die Fallhöhe bleibt allerdings enorm. Der Kurs notiert aktuell mehr als 35 Prozent über seiner 200-Tage-Linie. Diese verläuft bei 1.065,55 Euro.
Analysten bleiben optimistisch
Operativ läuft es für die Niederländer weiterhin rund. Analysten von BofA Securities und Barclays hoben ihre Kursziele am Dienstag massiv an. BofA sieht die Aktie nun bei 1.921 Euro. Barclays peilt 1.900 Euro an. Beide Banken verweisen auf eine steigende Nachfrage nach EUV-Lithographie-Systemen.
Das Management teilt diesen Optimismus. ASML-Chef Christophe Fouquet hob kürzlich die Umsatzprognose für das Jahr 2026 an. Der Konzern erwartet nun Erlöse zwischen 36 und 40 Milliarden Euro. Die Kunden beschleunigen laut Fouquet ihre Ausbaupläne für die kommenden Jahre.
Die aktuelle Korrektur ist ein klassischer Realitätscheck. Kurzfristige Zinssorgen und verfehlte Quartalszahlen einzelner Player treffen auf eine intakte langfristige Wachstumsstory. Solange die großen Technologiekonzerne ihre Budgets für KI-Infrastruktur nicht real kürzen, bleibt das fundamentale Fundament von ASML stabil.
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