Rekordergebnis, angehobene Prognose — und trotzdem ein Kursrückgang von sechs Prozent am Berichtstag. ASMLs erstes Quartal 2026 lieferte eigentlich alles, was Anleger sich wünschen. Was die Aktie ausbremst, kommt nicht aus den Bilanzen, sondern aus Washington.
Zahlen über den Erwartungen
Der niederländische Lithografiemaschinen-Hersteller erzielte im ersten Quartal einen Umsatz von 8,8 Milliarden Euro — rund 300 Millionen mehr als Analysten erwartet hatten. Der Nettogewinn kletterte auf 2,8 Milliarden Euro, ebenfalls deutlich über der Konsensschätzung. Die Bruttomarge lag bei 53 Prozent.
Für das Gesamtjahr 2026 hob ASML die Umsatzprognose auf 36 bis 40 Milliarden Euro an, nach zuvor 34 bis 39 Milliarden. Der Haken: Für das zweite Quartal erwartet das Unternehmen Erlöse zwischen 8,4 und 9,0 Milliarden Euro — die Bloomberg-Konsensschätzung lag bei 9,07 Milliarden. Diese Lücke reichte, um die Stimmung zu kippen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Asml?
Der MATCH Act als neues Risiko
Parallel zur Berichtssaison brachte eine parteiübergreifende Gruppe US-amerikanischer Gesetzgeber den sogenannten MATCH Act ein. Das Gesetz würde — wenn es verabschiedet wird — auch ASMLs ältere DUV-Lithografiemaschinen für China sperren, die bislang noch exportiert werden durften.
Der Zeitpunkt ist heikel. Chinas Anteil an ASMLs Systemverkäufen sank bereits von 36 Prozent im vierten Quartal 2025 auf 19 Prozent im ersten Quartal 2026. Ein Analyst schätzte, dass die betroffenen älteren Maschinentypen rund 10 bis 15 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen — mit China als Abnehmer für etwa die Hälfte davon. Das entspräche einem direkten Umsatzrisiko von rund fünf Prozent. ASML selbst formulierte es vorsichtig: Die Prognosespanne für 2026 berücksichtige mögliche Ergebnisse laufender Exportkontrolldiskussionen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Asml?
Bewertung auf Mehrjahrestief gegenüber Peers
An der Börse kostet die Aktie aktuell rund 1.202 Euro, gut vier Prozent weniger als vor einer Woche. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von über 20 Prozent. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der nächsten zwölf Monate liegt bei etwa 37 — und die Bewertungsprämie gegenüber Applied Materials ist auf den niedrigsten Stand seit 2012 geschrumpft. Gegenüber Lam Research handelt ASML sogar mit einem leichten Abschlag, ein Verhältnis, das es seit 14 Jahren nicht mehr gab.
Langfristiger Rückenwind bleibt stark
Die Nachfrageseite erzählt eine andere Geschichte. TSMC plant für 2026 Investitionen von rund 54 Milliarden Dollar, Micron erhöht sein Investitionsbudget um 81 Prozent auf 25 Milliarden Dollar. CEO Christophe Fouquet sprach von einer Chipnachfrage, die das Angebot übersteige, und Kunden, die ihre Kapazitätspläne beschleunigten.
Bis 2030 sieht ASML ein Umsatzpotenzial von 44 bis 60 Milliarden Euro jährlich. Ob das Unternehmen 2027 bis zu 80 seiner hochleistungsfähigen EUV-Maschinen ausliefern kann, hängt laut Fouquet von der Kundennachfrage ab — Barclays merkte an, dass der Markt eher mit 90 Einheiten gerechnet hatte. Wie schnell der MATCH Act den Kongress passiert, entscheidet mit darüber, wie viel von diesem Potenzial tatsächlich realisierbar bleibt.
Asml-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Asml-Analyse vom 18. April liefert die Antwort:
Die neusten Asml-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Asml-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Asml: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

