Der Abstimmungstermin steht fest — und er könnte ASML teurer zu stehen kommen als jede bisherige Exportbeschränkung. Am 23. April stimmt der House Foreign Affairs Committee über den MATCH Act ab, ein Gesetz, das nicht nur neue Maschinenverkäufe nach China blockieren würde, sondern auch Wartung, Software-Updates und technischen Support.
Das ist neu. Bisherige Exportrestriktionen zielten auf Gerätelieferungen. Der MATCH Act greift tiefer.
Servicegeschäft im Visier
ASML verdient an installierten Maschinen in China noch lange nach dem Verkauf. Wartungsverträge, Ersatzteile, Remote-Updates — das ist hochmargiges Geschäft. Der MATCH Act definiert „Servicing“ ausdrücklich weit. Er umfasst Installation, Wartung, Fernzugriff und Support. Damit droht eine Einnahmequelle wegzubrechen, die bislang als weniger regulierungsgefährdet galt.
Die Bank of America hat die Konsequenzen durchgerechnet. Ein vollständiges Verbot von DUV-Immersionsmaschinen und zugehörigen Services würde ASMLs Umsatz um rund 14 bis 15 Prozent drücken — das operative Ergebnis um 16 bis 17 Prozent.
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China-Anteil schrumpft bereits
Der Zeitpunkt ist ungünstig. Chinas Anteil am Gesamtumsatz ist ohnehin unter Druck. Im ersten Quartal 2026 entfielen nur noch 19 Prozent der Systemverkäufe auf China — nach 36 Prozent im Vorquartal. Für das Gesamtjahr 2025 lag der Anteil bei 29 Prozent, verglichen mit 36 Prozent in 2024. Der Trend zeigt klar nach unten.
Das Quartalsergebnis selbst war stark. ASML erzielte 8,8 Milliarden Euro Umsatz und 2,8 Milliarden Euro Nettogewinn. Die Bruttomarge erreichte 53 Prozent. Für 2026 hebt das Unternehmen seine Umsatzprognose auf 36 bis 40 Milliarden Euro an. Trotzdem fiel die Aktie am Ergebnistag um 6 Prozent — der geopolitische Gegenwind überwog.
Bewertung auf Dekadentief
Kein Wunder, dass die Prämie schwindet. ASML handelt derzeit zum rund 37-fachen der erwarteten Zwölfmonatsgewinne. Der Aufschlag gegenüber Applied Materials ist auf etwa 17 Prozent geschrumpft — den niedrigsten Stand seit 2014. Gegenüber Lam Research notiert ASML sogar mit einem leichten Abschlag, ein Verhältnis, das es seit 14 Jahren nicht gab.
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Die Aktie schloss den Freitag bei 1.228 Euro, ein Plus von 2,2 Prozent auf Tagesbasis. Auf Jahressicht hat sich der Kurs mehr als verdoppelt. Das 52-Wochen-Tief von 560 Euro liegt weit zurück.
Zwei Termine in einer Woche
Auf die Abstimmung am 23. April folgt unmittelbar der Ex-Dividenden-Tag am 24. April. ASML plant eine Gesamtdividende von 7,50 Euro je Aktie für 2025 — ein Anstieg von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach drei bereits gezahlten Abschlägen von je 1,60 Euro soll die Hauptversammlung eine Schlussdividende von 2,70 Euro beschließen.
Ob der MATCH Act den Ausschuss passiert, bleibt offen. Das Gesetz kommt aus dem Repräsentantenhaus, nicht aus dem Weißen Haus — und muss noch den vollen Gesetzgebungsprozess durchlaufen. Bis dahin bleibt das Servicegeschäft in China das entscheidende Risiko, das Anleger im Blick behalten.
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