In Veldhoven feierten die Aktionäre gestern Rekordzahlen und üppige Ausschüttungen. Zeitgleich formiert sich in Washington ein politisches Risiko, das den Kurs heute spürbar drückt. Die ASML-Aktie verliert über drei Prozent auf 1.212,60 Euro. Ein US-Gesetzentwurf bedroht das ohnehin schrumpfende China-Geschäft des Anlagenbauers.
Washington nimmt DUV-Anlagen ins Visier
Der Auslöser für die Nervosität ist der sogenannte MATCH Act. Der Auswärtige Ausschuss des US-Repräsentantenhauses stimmt am heutigen Donnerstag über das Gesetzespaket ab. Es zielt darauf ab, Chinas Zugang zu essenzieller Chip-Infrastruktur weiter einzuschränken.
Bisher durfte ASML zumindest noch ältere DUV-Lithografiesysteme in die Volksrepublik liefern. Das neue Gesetz würde auch diese Exporte verbieten. Marktbeobachter rechnen bei einer Umsetzung mit einem spürbaren Dämpfer. JPMorgan kalkuliert mit einem Gewinnrückgang von bis zu zehn Prozent je Aktie.
Das China-Geschäft schrumpft bereits
Die drohenden Restriktionen treffen auf einen Markt, der für ASML ohnehin an Bedeutung verliert. Im ersten Quartal sank der Umsatzanteil Chinas auf 19 Prozent. Ende des vergangenen Jahres lag dieser Wert noch fast doppelt so hoch.
Das Management rechnete bereits vor den neuen US-Plänen mit einem weiteren Rückgang im laufenden Jahr. Analyst Ben Barringer von Quilter Cheviot relativiert das Risiko. Er schätzt den potenziellen Umsatzverlust durch das DUV-Verbot auf rund fünf Prozent. Dieser Effekt dürfte sich über die Zeit weiter abschwächen.
Starkes Fundament federt Risiken ab
Operativ steht der Konzern hervorragend da. Das zeigte sich auf der Hauptversammlung am Mittwoch. Die Aktionäre genehmigten eine Gesamtdividende von 7,50 Euro für das abgelaufene Jahr. Parallel dazu segneten sie weitreichende Ermächtigungen für Aktienrückkäufe ab.
CEO Christophe Fouquet blickt optimistisch nach vorn. Die Nachfrage nach KI-Infrastruktur übersteigt das Angebot deutlich. Entsprechend hob das Management die Umsatzprognose für das laufende Jahr auf bis zu 40 Milliarden Euro an. Im Auftaktquartal übertraf ASML mit einem Nettogewinn von 2,8 Milliarden Euro bereits die Erwartungen.
Das Votum im US-Ausschuss liefert nun den nächsten Impuls. Passiert der MATCH Act die erste Hürde, droht kurzfristig weiterer Druck auf die Papiere. Langfristig federt das starke operative Geschäft die politischen Störfeuer ab: Seit Jahresbeginn steht bei der Aktie trotz des aktuellen Rücksetzers noch immer ein Plus von knapp 23 Prozent auf der Anzeigetafel.
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