Der niederländische Halbleiterausrüster ASML steht erneut im Schnittpunkt internationaler Handelskonflikte. In den USA beraten Gesetzgeber über den sogenannten MATCH Act, der eine deutliche Ausweitung der Ausfuhrverbote für Chipfertigungsanlagen vorsieht. Unterdessen versucht die niederländische Regierung, den Schaden für das wertvollste Technologieunternehmen Europas zu begrenzen.

Verhandlungen in Washington über Exportauflagen

Der niederländische Premier Rob Jetten zeigte sich gegenüber Bloomberg Television zuversichtlich, eine tragfähige Lösung mit der US-Regierung zu finden. Jetten betonte, er habe zu den geplanten Vorgaben des MATCH Act direkte Gespräche mit US-Präsident Donald Trump und weiteren Abgeordneten geführt. Der Entwurf zielt darauf ab, den Export sämtlicher DUV-Immersionslithografiesysteme nach China zu untersagen.

Während modernste EUV-Anlagen bereits seit Längerem nicht nach China geliefert werden dürfen und die Niederlande bereits für ausgewählte DUV-Modelle Genehmigungspflichten erlassen haben, droht ein vollständiges Verkaufsverbot für Immersionssysteme das Geschäft weiter einzuengen.

Jetten verwies darauf, dass für ASML ohnehin bereits die weltweit strengsten Kontrollauflagen gründen, das Regelwerk jedoch ausbalanciert bleiben müsse, um die heimische Halbleiterindustrie zu schützen.

Hohe Nachfrage nach Spitzentechnologie stützt

Während die diplomatischen Gespräche laufen, setzt der Markt weiterhin auf die unersetzliche Stellung der Veldhovener im Bereich hochkomplexer Lithografie.

Zugleich fasst die nächste Technologiegeneration, High-NA-EUV mit Stückpreisen von rund 400 Millionen US-Dollar, schrittweise in der Industrie Fuß. Während Intel die Geräte bereits in der Serienfertigung ausgewählter Chiplagen nutzt, peilt Samsung den Einsatz in der Speicherproduktion für 2028 an.

Für das Gesamtjahr 2026 peilt ASML einen Umsatz zwischen 43 und 45 Milliarden Euro bei einer Bruttomarge von 54 bis 56 Prozent an. Rückenwind liefert vor allem das Speichersegment, in dem das Unternehmen im laufenden Jahr ein Umsatzwachstum bei Systemen von 75 Prozent prognostiziert, während für Foundry- und Logikkunden ein Plus von 25 Prozent veranschlagt wird.

Bewertung spiegelt Monopolstellung wider

An den Börsen schlägt sich die robuste Nachfrage nach KI-fähigen Fertigungskapazitäten nieder: Seit Jahresanfang legte die ASML-Aktie um 66 Prozent zu. Vorbörslich notiert der Titel bei 1.527,40 Euro.

Trotz der anhaltenden handelspolitischen Risiken durch mögliche Neuregelungen in den USA notieren die Papiere mit einem Abstand von minus 13 Prozent zu ihrem 52-Wochen-Hoch. Investoren wägen die Gefahr weiterer Belastungen im China-Geschäft gegen den strukturellen Auftragsbestand im Hochtechnologiesegment ab, in dem das niederländische Unternehmen bei extrem ultraviolettem Licht global ohne direkte Konkurrenz agiert.