Starke Quartalszahlen und eine höhere Jahresprognose reichen nicht aus, um alle Zweifel zu zerstreuen. Bei ASML klaffen operative Stärke und relative Marktbewertung zunehmend auseinander. Der niederländische Anlagenbauer wächst rasant, verliert an der Börse aber seinen historischen Bewertungsaufschlag gegenüber der US-Konkurrenz. Die Aktie notiert aktuell bei 1.210 Euro und blickt auf ein starkes Plus von gut 22 Prozent seit Jahresbeginn zurück.
Licht und Schatten im Zahlenwerk
Der Start ins Jahr 2026 verlief für den EUV-Spezialisten besser als erwartet. Der Nettoumsatz kletterte im ersten Quartal auf 8,8 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 2,8 Milliarden Euro — deutlich mehr als die Konsensschätzung von 2,5 Milliarden Euro.
Das Management reagierte prompt und schraubte die Jahresziele nach oben. Für 2026 rechnet ASML nun mit einem Umsatz zwischen 36 und 40 Milliarden Euro. Zuvor lag die Spanne etwas tiefer.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Asml?
Ein Wermutstropfen bleibt der Ausblick auf das laufende zweite Quartal. Hier stellt das Unternehmen lediglich 8,4 bis 9,0 Milliarden Euro in Aussicht. Analysten hatten im Vorfeld mit höheren Erlösen kalkuliert.
Schwindende Prämie und China-Faktor
Am Markt rückt eine strukturelle Verschiebung in den Fokus. Investoren bewerten ASML derzeit mit dem 37-fachen der erwarteten Gewinne. Der Bewertungsaufschlag gegenüber US-Konkurrenten wie Applied Materials ist auf 17 Prozent geschrumpft. Gegenüber Lam Research wird die Aktie sogar mit einem leichten Abschlag gehandelt.
Ein wesentlicher Belastungsfaktor bleibt das China-Geschäft. Der Anteil der Systemverkäufe in die Volksrepublik fiel im ersten Quartal auf 19 Prozent. Im Vorquartal lag dieser Wert noch bei 36 Prozent. Parallel dazu diskutieren US-Gesetzgeber ein mögliches Verbot von DUV-Anlagen-Verkäufen an chinesische Chiphersteller.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Asml?
Intransparenz bei den Aufträgen
Für Aufsehen sorgte eine Neuerung in der Berichterstattung. Erstmals veröffentlichte ASML keine konkreten Zahlen zum Auftragseingang. CEO Christophe Fouquet versuchte Bedenken direkt zu zerstreuen und bezeichnete die Nachfrage als sehr stark. Kunden hätten ihren kurz- und mittelfristigen Bedarf in den vergangenen Monaten erhöht.
Die langfristigen Ziele bleiben unangetastet. Bis 2030 peilt der Konzern einen Jahresumsatz von bis zu 60 Milliarden Euro an. Die Bruttomarge soll dann auf 60 Prozent steigen.
Der Blick richtet sich nun auf die Produktionskapazitäten für 2027. Laut Fouquet könnte ASML 80 seiner Low-NA-EUV-Maschinen ausliefern, sofern die Kundennachfrage dies stützt. Einige Analysten hatten hier auf bis zu 90 Anlagen gehofft. Hält die Nachfrage aus dem KI-Sektor an, muss das Unternehmen beweisen, dass es dieses Nadelöhr überwinden kann.
Asml-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Asml-Analyse vom 16. April liefert die Antwort:
Die neusten Asml-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Asml-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Asml: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

