Die Nachfrage nach moderner Halbleitertechnik bleibt ungebrochen. Heute vorgelegte Quartalszahlen der weltgrößten Chiphersteller unterstreichen den anhaltenden Investitionsboom in der Halbleiterindustrie. Der weltgrößte Auftragsfertiger TSMC steigerte seinen Umsatz im dritten Quartal um 50 Prozent auf 1,49 Billionen Taiwan-Dollar.
Gleichzeitig stellte der südkoreanische Speicherkonzern Samsung einen Sprung beim operativen Quartalsgewinn um mehr als 780 Prozent in Aussicht. Für den niederländischen Ausrüster ASML Holding bedeuten diese Kundenzahlen ein starkes Signal für die Auslastung der eigenen Fertigung.
Die florierenden Geschäfte der asiatischen Fertiger zeigen deutlich, dass der weltweite Ausbau von Rechenzentren ungebremst voranschreitet. Um die immensen Bestellungen an Spezialprozessoren und Speicherbausteinen abzuarbeiten, benötigen die Fabriken modernste Lithografiesysteme.
ASML nimmt als weltweiter Monopolist für hochentwickelte EUV-Anlagen eine zentrale Schlüsselrolle in dieser Lieferkette ein. Höhere Produktionsmengen der Chipfertiger führen unweigerlich zu weiterem Investitionsbedarf in fortschrittliche Produktionskapazitäten.
Hoher Bedarf an modernen EUV-Systemen
Der Ausrüstungsbedarf betrifft längst nicht mehr nur klassische Logikchips. Auch die Hersteller moderner Speicherbausteine treiben ihre Bestellungen voran. So beabsichtigt der südkoreanische Konzern SK hynix, über die kommenden zwei Jahre insgesamt 20 Low-NA-EUV-Systeme für die Speicherproduktion zu installieren.
ASML reagiert auf diesen Trend mit einem gezielten Ausbau der Kapazitäten. Für 2027 peilt der Konzern eine Ausweitung der Low-NA-Fertigung um rund 30 Prozent an, nachdem für 2026 etwa 65 Auslieferungen vorgesehen sind.
Trotz der hohen Nachfrage bleiben geopolitische Unwägbarkeiten ein relevanter Faktor. Vor rund zwei Wochen warnte der Vorstand vor möglichen weiteren Exportbeschränkungen in Richtung China, seither legte die Aktie um 2,6 Prozent zu. In den USA wird über verschärfte Vorgaben für ältere DUV-Systeme diskutiert. Marktbeobachter verweisen darauf, dass solche Maßnahmen künftige Auslieferungen nach Asien belasten könnten.
Bilanztermin und Analystenblick
Am 14. Oktober legt ASML die Bilanz für das dritte Quartal vor. Analysten blicken dem Zwischenbericht mit deutlichem Optimismus entgegen. Die US-Bank JPMorgan stuft das Papier mit „Overweight“ und einem Kursziel von 2.100 Euro ein. Auch die Schweizer Großbank UBS empfiehlt den Einstieg und veranschlagt ein Kursziel von 2.350 Euro.
Für Anleger steht vor allem im Fokus, wie sich die Profitabilität bei steigenden Fertigungskapazitäten entwickelt. Das Vertrauen der Experten speist sich maßgeblich aus der Preissetzungsmacht des Unternehmens sowie dem technologischen Vorsprung gegenüber dem Wettbewerb.
Im heutigen Handel verliert das Papier leicht um -1,0 % auf 1.597,40 €. Auf Jahressicht spiegelt die Notierung den Branchenaufschwung jedoch deutlich wider: Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Plus von 73 %. Die starken Vorgaben der asiatischen Leitkunden liefern vor dem anstehenden Quartalstermin ein solides Fundament für die weitere Geschäftsentwicklung.
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