ASML Aktie: Zwischen Boom und Korrektur

Der Halbleiterausrüster ASML erhält einen Großauftrag von SK Hynix, während Analysten das Kursziel erhöhen. Die Aktie notiert jedoch deutlich unter ihrem Jahreshoch.

Asml Aktie
Kurz & knapp:
  • SK Hynix platziert 8-Milliarden-Dollar-Order für EUV-Technik
  • Bernstein hebt Kursziel auf 1.971 Dollar an
  • Aktie notiert 13 Prozent unter Februar-Hoch
  • KI-Boom treibt langfristige Nachfrage nach Speicherchips

Der globale Speicherchip-Engpass treibt die Nachfrage nach ASMLs Lithografietechnologie — und sorgt gleichzeitig für Bewegung bei den Großinvestoren. Ein 8-Milliarden-Dollar-Auftrag aus Südkorea und eine Bernstein-Kurszielerhöhung auf 1.971 Dollar stehen einem Kursrückgang von rund 13 Prozent gegenüber dem Februarhoch gegenüber.

SK Hynix setzt auf EUV

Der südkoreanische Speicherchiphersteller SK Hynix hat bei ASML einen EUV-Lithografieauftrag im Wert von rund 8 Milliarden Dollar platziert. Ziel ist es, die Produktionskapazitäten massiv auszubauen und damit den anhaltenden globalen Speicherchip-Engpass zu lindern. Zur Finanzierung plant SK Hynix einen Börsengang in den USA mit einem angestrebten Emissionsvolumen zwischen 10 und 14 Milliarden Dollar.

Google-Papier sorgt kurz für Unruhe

Am vergangenen Freitag kam es zu einem kurzzeitigen Ausverkauf bei Speicherchip-Aktien, ausgelöst durch ein Forschungspapier von Google zu einem KI-Speicherkompressionsalgorithmus namens „TurboQuant“. Analysten von Wells Fargo und Morgan Stanley werteten die Marktreaktion jedoch als Überinterpretation: Die Technologie betreffe lediglich die Effizienz bei der Inferenz, nicht aber den grundlegenden Bedarf an High Bandwidth Memory für das KI-Training.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Asml?

Zur Untermauerung verweisen Branchenexperten auf das sogenannte Jevons-Paradoxon — die These, dass höhere Effizienz langfristig zu mehr Gesamtnachfrage führt, nicht zu weniger.

Starke Fundamentaldaten, gemischte Investorensignale

Die strukturellen Wachstumstreiber bleiben intakt. Wells Fargo prognostiziert für 2026 ein Wachstum der Server-DRAM-Nachfrage um 39 Prozent, bei High Bandwidth Memory sogar 58 Prozent. Täglich werden in China mittlerweile 140 Billionen KI-Token verarbeitet — gegenüber 100 Milliarden noch Anfang 2024.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Asml?

Auf Investorenseite zeigt sich ein differenziertes Bild. Sendero Wealth Management reduzierte seine ASML-Position im vierten Quartal 2025 um 41 Prozent auf rund 1.137 Aktien. Bernstein hingegen hob das Kursziel zuletzt auf 1.971 Dollar an und signalisiert damit erhebliches Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Niveau.

Die Aktie notiert aktuell rund 12,6 Prozent unterhalb ihres 52-Wochen-Hochs vom Februar — trotz eines Jahresgewinns von über 14 Prozent seit Jahresbeginn. Ob der Kurs die Lücke zum Bernstein-Ziel schließen kann, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell sich die Speicherchipnachfrage in konkreten Auftragsvolumina niederschlägt.

Asml-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Asml-Analyse vom 28. März liefert die Antwort:

Die neusten Asml-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Asml-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Asml: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Asml

Über Felix Baarz 2659 Artikel
Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.