Innerhalb weniger Tage haben zwei Großbanken ihre Kursziele für ASML deutlich angehoben. Das Vertrauen in den niederländischen Halbleiterausrüster wächst — getrieben von starken Nachfrageprognosen und ASMLs zentraler Rolle in der KI-Chipfertigung.
Kursziele klettern nach oben
BofA Securities bestätigte am 22. Juni ihr Kaufvotum und hob das Kursziel auf 2.345 Dollar an. Zuvor lag es bei 2.268 Dollar. Begründung: höhere Prognosen für EUV-Auslieferungen und wachsendes Vertrauen in ASMLs Ertragskraft bis 2028.
Wells Fargo zog noch stärker an. Die Bank erhöhte ihr Kursziel von 1.750 auf 2.200 Dollar und bestätigte die Einstufung „Overweight“. Hintergrund sind deutlich angehobene Prognosen für den globalen Markt für Wafer-Fab-Equipment. Wells Fargo rechnet für 2027 mit einem Marktvolumen von rund 190 Milliarden Dollar — bisher waren es 180 Milliarden. Für 2028 steigt die Schätzung von 191 auf 216 Milliarden Dollar.
Technologieführerschaft als Fundament
ASML hält ein faktisches Monopol bei EUV-Lithografiesystemen. Ohne diese Maschinen können Chipkonzerne wie TSMC, Samsung oder Intel ihre modernsten Prozessoren nicht fertigen. Genau das macht ASML zur unverzichtbaren Infrastruktur der Halbleiterindustrie.
Mitte Juni unterstrich das Unternehmen seinen Forschungsvorsprung. Gemeinsam mit TSMC und dem Nanoelektronik-Forschungszentrum imec präsentierte ASML auf dem IEEE/JSAP-Symposium in Kyoto einen Integrationsweg für 2D-Material-Transistoren auf 300-mm-Wafern. ASMLs EUV-Lithografie ermöglichte dabei Kanallängen von nur 28 Nanometern. Das ist kompatibel mit den modernsten Transistorknoten überhaupt.
Kurs nahe Allzeithoch
Die Aktie schloss am Montag bei 1.691 Euro — knapp 1,1 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 1.710 Euro, das ebenfalls am 22. Juni markiert wurde. Seit Jahresbeginn hat der Kurs um mehr als 71 Prozent zugelegt. Auf Zwölfmonatssicht beträgt das Plus sogar 151 Prozent.
Der Kurs liegt rund 52 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt. Das signalisiert eine ausgeprägte Aufwärtsdynamik — aber auch, dass der Markt bereits viel Optimismus eingepreist hat. Mit einem RSI von knapp 67 nähert sich die Aktie dem überkauften Bereich, ohne ihn zu erreichen.
Die nächste Bewährungsprobe liefern die Quartalszahlen: ASML veröffentlicht seine Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 am 16. Juli.
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