Neue Pflichtmitteilungen zeigen ein gemischtes Bild bei den Großanlegern von ASML Holding. In der vergangenen Woche wurden mehrere 13F-Meldungen für das zweite Quartal 2026 veröffentlicht, die zeigen, wie unterschiedlich institutionelle Investoren mit dem Höhenflug des niederländischen Lithografie-Spezialisten umgehen.
Deutsche Bank reduzierte ihre Position um 44,0 Prozent und verkaufte 29.272 Aktien, sodass noch 37.236 Aktien im Depot verbleiben. Auch Deepwater Asset Management trennte sich von einem Großteil seines Bestands: Die Gesellschaft verkaufte 72,3 Prozent ihrer ASML-Anteile und hält nun noch 1.053 Aktien.
Auf der anderen Seite bauten BlackRock und Mitsubishi UFJ Asset Management ihre Positionen aus. BlackRock stockte um 4,9 Prozent auf knapp 1,28 Millionen Aktien auf, Mitsubishi UFJ erhöhte seinen Bestand um 8,6 Prozent auf 8.635 Aktien. Monetta Financial Services stieg mit 800 Aktien neu ein.
Rückkaufprogramm läuft parallel weiter
Während sich die Eigentümerstruktur bei den Großinvestoren verschiebt, treibt ASML sein laufendes Aktienrückkaufprogramm für die Jahre 2026 bis 2028 unvermindert voran. Zwischen dem 3. und 7. August erwarb das Unternehmen eigene Aktien im Gesamtwert von rund 390,7 Millionen Euro.
Täglich kaufte ASML zwischen 51.871 und 55.295 Aktien zu gewichteten Durchschnittspreisen von 1.412,90 bis 1.506,07 Euro zurück. Das Programm signalisiert, dass das Management trotz der zuletzt schwankenden Kursentwicklung Vertrauen in die eigene Bewertung setzt.
Der Aktienkurs notierte am Freitag bei 1.507,80 Euro und lag damit 3,0 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 1.554,69 Euro – ein Hinweis darauf, dass sich die kurzfristige Dynamik nach den starken Kursgewinnen der vergangenen Monate etwas abgekühlt hat.
Analysten bleiben uneins über die Bewertung
Die jüngsten Analystenreaktionen fallen unterschiedlich aus. Bank of America bekräftigte am 10. August ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 2.452 Euro und verwies auf die Roadmap zur Steigerung des Wafer-Durchsatzes von 230 auf über 500 Wafer pro Stunde.
Ebenfalls am 10. August hob Morningstar seine faire Wertschätzung deutlich von 1.200 auf 1.800 Euro je Aktie an und begründete dies mit einer außergewöhnlich starken Auftragslage bei EUV- und DUV-Systemen, die das Unternehmen bis 2028 auf einen Umsatz von 70 Milliarden Euro führen könnte.
Gegenläufig positionierte sich Wall Street Zen, das ASML am 15. August von „Buy“ auf „Hold“ zurückstufte. Die unterschiedlichen Einschätzungen spiegeln die Debatte wider, ob die aktuelle Bewertung des Unternehmens die künftigen Wachstumschancen bereits vollständig einpreist.
Ausblick auf das dritte Quartal
Anleger richten den Blick nun auf den 21. Oktober, wenn ASML seine Zahlen zum dritten Quartal 2026 vorlegt. Das Management hatte für diesen Zeitraum einen Nettoumsatz zwischen 11,0 und 12,0 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.
Angesichts der jüngsten Guidance-Anhebung für das Gesamtjahr auf 43 bis 45 Milliarden Euro dürfte dieser Termin zeigen, ob sich die von der KI-Nachfrage getriebene Beschleunigung des Geschäfts fortsetzt – und ob die zuletzt verkaufenden Großinvestoren ihre Entscheidung bereuen oder bestätigt sehen.
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