ASML Holding treibt sein Aktienrückkaufprogramm unbeirrt voran und untermauert damit das Vertrauen in die eigene Geschäftsentwicklung. Zwischen dem 3. und 7. August erwarb der niederländische Lithografie-Ausrüster täglich rund 52.000 bis 55.000 eigene Aktien zu Kursen zwischen 1.412,90 Euro und 1.506,07 Euro. Damit setzt das Unternehmen ein Programm fort, das schon in den Vorwochen für stetige Kaufvolumina gesorgt hatte.

Ergänzend dazu hat ASML die Zwischendividende Berichten zufolge um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr angehoben. Die Anhebung fällt in eine Phase, in der der Konzern seine Jahresprognose für 2026 bekräftigt hat – ein Signal, dass der Vorstand trotz der hohen Bewertung des Papiers keinen Anlass zur Zurückhaltung sieht.

Starkes zweites Quartal als Fundament

Grundlage für die Zuversicht ist das im Juli vorgelegte zweite Quartal 2026. ASML meldete einen Nettoumsatz von 9,3 Milliarden Euro, einen Nettogewinn von 2,9 Milliarden Euro und eine Bruttomarge von 54,0 Prozent. Im Berichtszeitraum verkaufte der Konzern 86 neue Lithografiesysteme.

Für das dritte Quartal 2026 stellte das Unternehmen einen Umsatz zwischen 11,0 und 12,0 Milliarden Euro in Aussicht, für das Gesamtjahr wurde die Umsatzprognose auf 43 bis 45 Milliarden Euro angehoben. Die Bruttomargenspanne für 2026 gab ASML mit 54 bis 56 Prozent an. Als Treiber nannte das Unternehmen einen kräftigen Auftragseingang im Zusammenhang mit Nachfrage aus dem KI-Bereich.

Diese Zahlen erklären, warum institutionelle Investoren bei ASML weiterhin aktiv umschichten. Die Investmentgesellschaft Sapient Capital erhöhte ihre Beteiligung im zweiten Quartal 2026 um 7.416 Aktien auf nunmehr 7.959 Aktien im Wert von rund 15,8 Millionen US-Dollar.

Gegenläufig meldete Jennison Associates einen Verkauf von ASML-Aktien, wobei Details zu Umfang und Art der Transaktion aus der zugrunde liegenden Mitteilung nicht hervorgehen. Solche gegenläufigen Bewegungen sind bei einem stark gestiegenen Titel wie ASML nicht ungewöhnlich – ein Teil der Anleger realisiert Gewinne, während andere auf die fortgesetzte Wachstumsstory setzen.

Konkurrenz nimmt Lithografiemarkt ins Visier

Parallel zu den positiven Unternehmensnachrichten gerät ASML zunehmend ins Blickfeld neuer Wettbewerber. Der Chiphersteller Source Foundry sicherte sich Berichten zufolge eine frische Finanzierung über 400 Millionen US-Dollar von Situational Awareness und will damit eigene Lithografieausrüstung für fortschrittliche Halbleiter entwickeln.

Noch handelt es sich um einen frühen Wettbewerber ohne marktreife Produkte, doch die Ankündigung zeigt, dass ASMLs Quasi-Monopolstellung in der Spitzentechnologie nicht unangefochten bleibt.

Bewertung bleibt ambitioniert

Der Aktienkurs spiegelt die operative Stärke bereits deutlich wider. Am Freitag schloss das Papier bei 1.590,00 Euro, ein Minus von 1,0 Prozent auf Tagessicht.

Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 5,4 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um 73 Prozent verteuert. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 1.748,00 Euro, erreicht am 30. Juni, fehlen der Aktie aktuell rund 9 Prozent.

Die Kombination aus laufenden Rückkäufen, angehobener Dividende und bestätigter Wachstumsprognose liefert dem Kurs weiterhin Rückenwind. Gleichzeitig zeigt die aufkommende Konkurrenz, dass Anleger die technologische Vormachtstellung von ASML nicht als selbstverständlich voraussetzen sollten.