ASML: €1,3 Milliarden für Mistral-AI-Partnerschaft

ASML-Chef Fouquet verspricht keine Wiederholung der Covid-Engpässe. Trotz TSMC-Verzögerung bei High-NA EUV und sinkendem China-Anteil setzt der Konzern auf Rekordausbau.

Asml Aktie
Kurz & knapp:
  • Keine Kapazitätsengpässe wie in Pandemie
  • 60 Low-NA-EUV-Systeme für 2026 geplant
  • TSMC verschiebt High-NA-Einsatz auf 2030
  • 1,3 Milliarden Euro in Mistral-Partnerschaft

Mehr als 2,5 Billionen Dollar sollen in den nächsten zwei bis drei Jahren in KI-Infrastruktur fließen — und kaum ein Unternehmen steht dabei so direkt im Zentrum wie ASML. CEO Christophe Fouquet nutzte die Hauptversammlung, um eine klare Ansage zu machen: Kapazitätsengpässe, wie sie die Covid-Ära prägten, soll es nicht noch einmal geben.

„Das werden wir mit allen Mitteln vermeiden; es ist entscheidend für unsere aktuelle Position“, sagte Fouquet gegenüber Investoren. Der Hintergrund ist bekannt: Auf dem Höhepunkt des Pandemie-Booms konnte ASML nur etwa die Hälfte der Nachfrage bedienen. Die damals eingeleitete Kapazitätserweiterung läuft nun auf Hochtouren.

Lieferverzögerungen als größtes Risiko

Fouquet benannte verzögerte Auslieferungen als das größte operative Risiko. Kunden würden bei Engpässen stark versucht sein, sich nach Alternativen umzuschauen. Aufkommende Start-ups wie Substrate, xLight und Lace bezeichnete er als „Ideen, keine Konkurrenz heute“.

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Die Zahlen hinter dem Ausbau sind konkret: CFO Roger Dassen erwartet für 2026 die Auslieferung von 60 Low-NA-EUV-Systemen — 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Für 2027 sieht er Kapazität für 80 Geräte. Die EUV-Waferkapazität bei Kunden stieg in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 30 Prozent.

TSMC bremst High-NA-Rollout

Ein Schatten fiel auf den Ausblick: TSMC, ASMLs größter Kunde, verschiebt den Einsatz der nächsten EUV-Generation. Bis 2029 plant der Chipriese keine High-NA-EUV-Fertigung in der Massenproduktion — die Aktie gab daraufhin 3,3 Prozent nach. Bis Dienstag summieren sich die Verluste der vergangenen sieben Tage auf gut vier Prozent, während der Kurs bei rund 1.199 Euro notiert.

Analysten von Bernstein ordneten die Nachricht gelassen ein: TSMC habe bereits vor einem Jahr signalisiert, High-NA nicht für seinen A14-Knoten zu nutzen. Der Basisfall sei ohnehin der A10-Knoten ab 2030. Bernstein argumentierte sogar, ein langsamerer High-NA-Hochlauf könnte für ASML neutral bis leicht positiv sein — weil die Nachfrage nach bestehenden Systemen länger anhält. Bis Ende 2025 hatte ASML insgesamt acht High-NA-Systeme ausgeliefert.

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China-Anteil sinkt, Mistral-Partnerschaft überrascht

Beim Thema Exportkontrollen bleibt die Lage angespannt. Der China-Anteil am Umsatz sank von 41 Prozent in 2024 auf 33 Prozent in 2025. Für 2026 erwartet ASML rund 20 Prozent. Dassen argumentierte, in einem unterversorgten Markt würden Einschränkungen in einer Region durch höhere Investitionen anderswo ausgeglichen.

Für Aufmerksamkeit sorgte eine unerwartete Offenbarung: ASML investierte 1,3 Milliarden Euro in eine strategische Partnerschaft mit dem französischen KI-Unternehmen Mistral AI. Als konkretes Beispiel nannte Dassen einen Diagnose-Prozess für Wafer-Fehler, der bislang mehr als zehn Stunden dauerte — mit einem Mistral-Modell lasse er sich auf acht Minuten reduzieren.

Ob ASML die selbst gesteckten Lieferziele für 2026 und 2027 tatsächlich erreicht, wird die entscheidende Messlatte für die Aktie in den kommenden Quartalen sein.

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