Der KI-Boom treibt ASML auf neue Höhen — und CEO Christophe Fouquet bremst trotzdem die Euphorie. Der Zyklus habe gerade erst begonnen, sagt er. Europa drohe dabei abgehängt zu werden.
Fouquet: KI-Zyklus noch in den Anfängen
Am 18. Juni 2026 äußerte sich der ASML-Chef zum Stand des KI-Halbleitermarkts. Seine Botschaft war klar: Was wir bisher sehen, ist erst der Anfang. Zwar hätten KI-Unternehmen bereits im vergangenen Jahr massiv Chips nachgefragt. Die Chipindustrie habe darauf aber erst gegen Ende des Jahres reagiert — und baue nun Kapazitäten im Eilschritt auf.
ASML liefert die Belichtungsmaschinen, ohne die moderne Chips nicht hergestellt werden können. Je mehr Fabriken gebaut werden, desto mehr Maschinen braucht die Branche. Fouquet verwies auf Projekte wie Elon Musks Terafab-Initiative: Solche Megafabriken sollen monatlich Millionen von Wafern produzieren. Die nötige Infrastruktur aufzubauen, werde Jahre dauern — noch bevor KI-Anwendungen wirklich massentauglich werden.
Zur Lage Europas fand Fouquet deutliche Worte. Der Kontinent sei im KI-Rennen „ziemlich weit zurück“. Eine Einschätzung, die angesichts der US-amerikanischen und asiatischen Investitionsoffensiven kaum überrascht.
Kurs nahe am 52-Wochen-Hoch
Die Börse honoriert ASMLs Schlüsselrolle. Die Aktie schloss am Donnerstag bei 1.686 Euro — nur 0,3 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom Vortag. Seit Jahresbeginn hat der Kurs um rund 71 Prozent zugelegt. Der RSI liegt bei 67,7 und signalisiert starke Dynamik, ohne den überkauften Bereich klar zu überschreiten.
Strategisch bleibt ASML aktiv. Im Mai 2026 schloss das Unternehmen eine Partnerschaft mit Tata Electronics, um Indiens Halbleiterindustrie zu stärken. Parallel läuft ein laufendes Aktienrückkaufprogramm, zuletzt mit Transaktionen zwischen dem 8. und 12. Juni 2026.
Ob der Kurs das Allzeithoch nachhaltig überwindet, hängt wesentlich davon ab, wie schnell die großen KI-Fabriken tatsächlich in Betrieb gehen — und wie viele ASML-Maschinen sie dafür bestellen.
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