ASML-Kunden wollen sich Chipmaschinen offenbar schon für 2029 und 2030 sichern. Der Konzern hat im dritten Quartal nicht nur kräftig verdient, sondern auch den Ausblick angehoben. Zugleich räumt er ein, dass die geplante Produktion die Nachfrage der kommenden Jahre nicht decken wird.

Gewinn mehr als verdoppelt

Der Nettogewinn stieg auf knapp 4,96 Milliarden Euro, nach gut 2,1 Milliarden im Vorjahresquartal. Das Ergebnis je Aktie lag bei 12,93 Euro. Der Umsatz kletterte auf 11,66 Milliarden Euro, verglichen mit 7,52 Milliarden ein Jahr zuvor. Eine Zwischendividende von 1,88 Euro je Aktie wird am 4. November ausgezahlt.

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet ASML nun einen Umsatz von 44 bis 45 Milliarden Euro. Bisher lag die Spanne bei 43 bis 45 Milliarden. Die Bruttomarge soll bei rund 56 Prozent liegen, zuvor waren 54 bis 56 Prozent anvisiert.

Ausblick über dem Konsens

Für das vierte Quartal peilt das Unternehmen Erlöse zwischen 14,2 und 15,2 Milliarden Euro an. Das obere Ende liegt über der durchschnittlichen Analystenerwartung von 14,2 Milliarden. Die Bruttomarge soll bei etwa 57 Prozent liegen.

Entscheidender als die Quartalszahlen dürfte für viele Investoren der Blick nach vorn sein. Konzernchef Christophe Fouquet verweist auf einen Auftragsbestand, der Quartal für Quartal wächst. Treiber seien die Investitionspläne der Kunden rund um künstliche Intelligenz, deren Umfang und Dauer sie hoch einschätzen. Einige Abnehmer zeigten daher Interesse, bereits Bestellungen für 2029 und 2030 aufzugeben.

Kapazität wird zum Engpass

Das Angebot für 2027 und 2028 reicht nach Konzernangaben nicht aus. ASML prüft deshalb, die Kapazität für 2028 stärker auszubauen als die bislang kommunizierten 30 Prozent. Hinzu kommen Upgrades für bestehende Anlagen, mit denen Kunden mehr Wafer-Kapazität aus ihren Maschinen holen.

Auch bei der nächsten Gerätegeneration gab es Fortschritte. Samsung und TSMC haben sich im Quartal auf den Einsatz der High-NA-EUV-Technik festgelegt. Analysten sehen sie als wichtigen Wachstumstreiber. ASML ist der einzige Hersteller von EUV-Lithografiemaschinen weltweit.

An der Börse reagierten Anleger zunächst zurückhaltend. Im nachbörslichen Nasdaq-Handel gab die Aktie rund 2,5 Prozent auf etwa 1.675 Dollar nach, nach einem Minus von 1,9 Prozent am Vortag. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von rund 56 Prozent zu Buche. Die Zahlen und die Kommentare zu 2029 und 2030 liefern dem Papier eine solide fundamentale Stütze, auch wenn der erste Handelsimpuls im Minus lag.