ASML baut um. Der niederländische Ausrüster für die Halbleiterindustrie streicht oder verschiebt rund 1.700 Stellen. Betroffen sind ausgerechnet die Herzstücke des Konzerns: Entwicklung, Engineering und IT. Starke Nachfrage und eiserne Kostendisziplin prallen hier direkt aufeinander.

Sozialplan steht

Das Management hat sich mit den Gewerkschaften auf einen Sozialplan geeinigt. Kündigungen greifen ab Mai 2027. ASML will betriebsbedingte Abgänge möglichst vermeiden. Betroffene Mitarbeiter erfahren noch in diesem Monat von ihrem Schicksal.

Das Ziel: Der Konzern will Kosten senken. Unverzichtbares Fachwissen muss aber im Haus bleiben. ASML besetzt offene Stellen daher bevorzugt mit internen Kandidaten. Das sichert die langfristigen Technologieprogramme des Unternehmens.

KI treibt den Kurs

An der Börse dominiert ein völlig anderes Bild. Die Aktie legte allein in der vergangenen Woche um fast 13 Prozent zu. Am Freitag schlossen die Papiere bei 1.614,80 Euro. Das frische Rekordhoch vom Vortag bleibt in greifbarer Nähe.

Treiber dieser Rally ist die Künstliche Intelligenz. ASML integriert KI zunehmend in die eigenen Systeme. Eine neue Partnerschaft mit Mistral AI soll das Chip-Design und die Fertigung beschleunigen. Der Ausrüster wandelt sich. Er liefert nicht mehr nur Maschinen, sondern vernetzte Software-Lösungen.

Bewertung auf dem Prüfstand

Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch. Goldman Sachs bestätigte erst diese Woche seine Kaufempfehlung. Einige Marktbeobachter blicken jedoch kritisch auf die hohe Bewertung. ASML muss beweisen, dass die KI-Fantasie die zukünftigen Gewinne rechtfertigt.

Der Konzern stützt den Kurs derweil mit eigenen Mitteln. ASML kauft unvermindert eigene Aktien zurück. Zuletzt erwarb das Unternehmen täglich Papiere für knapp 16 Millionen Euro. Die Richtung ist klar: Das Management trimmt die Belegschaft auf Effizienz. Das freie Kapital fließt direkt in den Aktienkurs und neue KI-Partnerschaften.