ASML steuert auf eine der wichtigsten Berichtswochen des Jahres zu. Am Freitag notiert die Aktie des niederländischen Lithografie-Konzerns bei 1.576,80 Euro, nach einem Schlusskurs von 1.585,00 Euro am Donnerstag. Über sieben Handelstage steht ein Minus von 3,14 Prozent zu Buche — auf Jahressicht bleibt dennoch ein Plus von 59,55 Prozent, über zwölf Monate sogar von 129,32 Prozent.
Diese Zahlen zeigen: Der jüngste Rücksetzer ist bislang nichts weiter als eine Verschnaufpause in einer außergewöhnlichen Rally.
Eine nervöse Woche vor dem Bericht am 15. Juli
Ruhig war es zuletzt nicht bei ASML. Ein breiter Ausverkauf in der Chipbranche erfasste die Aktie, nachdem Samsung Electronics vorläufige Zahlen zum zweiten Quartal vorgelegt hatte. Die Gewinne fielen zwar hoch aus, blieben aber hinter den hochgesteckten Erwartungen zurück.
Die Folge: Ein scharfer Kurseinbruch an asiatischen Technologiebörsen, Handelsaussetzungen in Südkorea und ein direkter Ausverkauf bei europäischen Chip-Ausrüstern — ASML eingeschlossen.
Auf den Einbruch folgte eine ebenso schnelle Erholung. Große Speicherchip-Hersteller kündigten Investitionsbudgets in Billionenhöhe an, die gezielt für ASML-Systeme bis 2027 vorgesehen sind. Das unterstreicht: Führende Foundries priorisieren weiterhin den Ausbau von High-Bandwidth-Memory und fortschrittlicher Logikfertigung, um den globalen KI-Boom zu bedienen.
Verstärkt wurde die Erholung durch Analysten von Bernstein und Morgan Stanley, die ihre Kursziele deutlich anhoben und dabei auf eine beispiellose KI-getriebene Nachfrage verwiesen. Der leichte Rücksetzer am Freitag dürfte eher Gewinnmitnahmen widerspiegeln als eine Reaktion auf neue negative Nachrichten.
Der 15. Juli als entscheidender Termin
Der Quartalsbericht am 15. Juli wird zum zentralen Ereignis für die kurzfristige Kursrichtung. Die Erwartungen sind hoch: Vieles deutet darauf hin, dass ASML sowohl bei Ergebnissen als auch beim Ausblick die Prognosen übertrifft.
Zur Einordnung: Im Januar hatte ASML für 2025 einen Jahresumsatz zwischen 34 und 39 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Im April folgte eine Anhebung auf 36 bis 40 Milliarden Euro. Als Begründung nannte der Konzern ein solides Wachstum im Halbleitermarkt, in dem die Nachfrage das Angebot übersteigt.
Besonders im Fokus steht der Auftragseingang als zentrale Kennziffer des Berichts. Bernstein-Analyst David Dai hob seine Umsatzprognose an und erwartet, dass ASML seine Kapazitäten bei fortschrittlicher Logik- und DRAM-Chipfertigung auf Rekordniveau ausbaut. Seine Schätzung: 91 EUV-Systeme im Jahr 2027, 113 im Jahr 2028.
Exportkontrollen bleiben der Unsicherheitsfaktor
Neben der KI-Nachfrage lastet weiterhin ein geopolitisches Risiko auf der Aktie. Die niederländische Regierung nähert sich der von den USA angeführten „Pax Silica“-Allianz an. US- und EU-Regulierer drängen darauf, Exportbeschränkungen über EUV-Scanner hinaus auszuweiten — auf DUV-Lithografie für ältere Fertigungsknoten und auf Wartungsverträge für bestehende Anlagen. Rund 20 Prozent der geplanten Systemumsätze in China stehen dadurch unmittelbar auf dem Spiel.
Auch bei den Kunden zeigt sich Zurückhaltung. Führende Foundries, darunter TSMC, haben Berichten zufolge die Einführung von ASMLs neuester High-NA-EUV-Plattform verschoben. Der Grund: Große Kunden bevorzugen derzeit günstigere Verpackungsalternativen gegenüber kapitalintensiven Tool-Upgrades.
Worauf Investoren jetzt achten
Mit einem Abstand von 9,79 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 1.748,00 Euro vom 30. Juni und einem Aufschlag von 6,69 Prozent auf den 50-Tage-Durchschnitt von 1.477,88 Euro bleibt der Spielraum vor den Zahlen begrenzt. Ein schwacher Auftragsbestand oder vorsichtige Kommentare zu China-Geschäft und High-NA-Adoption könnten neuen Verkaufsdruck auslösen. Eine positive Überraschung bei den Buchungen dagegen könnte das Rekordhoch schnell wieder in Reichweite rücken.
Der RSI von 51,2 zeigt aktuell einen Markt, der weder überkauft noch überverkauft ist — ein passender Zustand für eine Aktie zwischen KI-getriebener Wachstumsstory und ungelöster Unsicherheit bei den Exportregeln. Am 15. Juli wird sich zeigen, welche der beiden Kräfte kurzfristig die Oberhand gewinnt.
Asml-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Asml-Analyse vom 10. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Asml-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Asml-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Asml: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

