ASML-Aktien sind am heutigen Donnerstag um 2,8 Prozent gefallen und notieren bei 1.414,80 Euro. Der Rücksetzer kommt, nachdem UBS gestern seine Kaufempfehlung für den niederländischen Lithografie-Ausrüster bekräftigt hat – ein Signal, das die anhaltende Nervosität am Markt bislang nicht auffangen konnte.

Die Bank hält damit an ihrer positiven Einschätzung fest, während der Kurs mittlerweile 7,4 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt liegt. Für Anleger, die seit Jahresbeginn dennoch ein Plus von 54 Prozent verbuchen, wirkt die aktuelle Schwächephase wie eine Verschnaufpause nach einem außergewöhnlich starken Lauf – nicht wie ein Bruch der langfristigen Aufwärtsbewegung.

Sorge um chinesische Konkurrenz hält an

Hintergrund der Kursbelastung bleibt die im Sommer bekannt gewordene Nachricht, dass ein staatlich unterstütztes Unternehmen aus Shanghai mit der Massenproduktion eigener DUV-Immersionslithografie-Maschinen begonnen hat.

Das Unternehmen, das Teams ehemaliger Start-ups wie Yuliangsheng Technology integriert hat, will in diesem Jahr fünf und im kommenden Jahr zwanzig solcher Anlagen für heimische Kunden wie SMIC, CXMT und Hua Hong fertigen. Die Aussicht auf heimische Alternativen zu ASML-Systemen belastet die Sektorstimmung seither spürbar.

Analysten sehen die Bedrohung allerdings nicht als unmittelbar existenziell an. Das Team von SemiAnalysis verwies darauf, dass Werkzeugleistung, Skalierung der Fertigung, Flottenperformance und das umgebende Ökosystem allesamt gegen chinesische DUV-Systeme sprächen – zumal diese wirtschaftlich gegen bereits abgeschriebene ASML-Maschinen antreten müssten.

Auch das chinesische Unternehmen SMEE, der führende heimische Anbieter, habe bislang keine Hochvolumenproduktion bei 28 Nanometern oder darunter demonstriert.

Rückkäufe laufen unvermindert weiter

Parallel zur Kursschwäche setzt ASML sein Aktienrückkaufprogramm fort. Ende August erwarb der Konzern an fünf aufeinanderfolgenden Handelstagen jeweils zwischen 46.000 und gut 52.000 eigene Aktien zu Kursen zwischen 1.487 und knapp 1.508 Euro je Anteilschein. Das Unternehmen signalisiert damit Vertrauen in die eigene Bewertung, auch wenn der Kurs seit den Käufen weiter nachgegeben hat.

Untermauert wird diese Zuversicht durch die operative Entwicklung: Im zweiten Quartal hatte ASML seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf eine Spanne von 43 bis 45 Milliarden Euro angehoben und für das dritte Quartal Nettoumsätze zwischen 11 und 12 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

Zudem nahm Intel Foundry mit ASML-Systemen der High-NA-EUV-Generation die Serienfertigung ausgewählter Core-Ultra-Prozessoren der Reihe „Panther Lake“ auf – ein technologischer Fortschritt, der die Alleinstellung des Unternehmens im High-End-Segment unterstreicht.

Ausblick auf die kommenden Wochen

Die nächste Gelegenheit für den Markt, die Wachstumsstory neu zu bewerten, bietet sich am 14. Oktober, wenn ASML seine Zahlen zum dritten Quartal vorlegt. Bis dahin dürfte die Debatte um Chinas Fortschritte bei der DUV-Fertigung die Kursentwicklung mitbestimmen, während Häuser wie UBS auf die fundamentale Stärke des Geschäfts und die anhaltende technologische Führungsposition im EUV-Bereich verweisen.