Europas größter Kupferhersteller stellt die Weichen für die künftigen Lieferkonditionen seiner Kunden. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters bietet Aurubis europäischen Abnehmern für Kupferlieferungen im Jahr 2027 eine Jahresprämie von 347 US-Dollar je Tonne an.
Das Hamburger Unternehmen lehnte eine Stellungnahme zu dieser Zahl ab. Für industrielle Verarbeiter ist dieser Aufschlag eine wesentliche Richtgröße, da er zusätzlich zum an den Rohstoffbörsen notierten Metallpreis für die physische Bereitstellung der Kathoden fällig wird.
Am Aktienmarkt verbuchte der Titel gestern einen Rückgang um 1,7 Prozent auf einen Schlusskurs von 155,80 Euro. Trotz dieser leichten Konsolidierung verzeichnet das Papier seit Jahresanfang ein deutliches Plus von 26 Prozent.
Analysten halten an positiver Einschätzung fest
Die strategischen Schritte und Preissetzungen des Konzerns stoßen bei Marktbeobachtern weiterhin auf Wohlwollen. Am Montag passte das Analysehaus ODDO BHF seine Bewertung an: Die Analysten senkten ihr Kursziel für Aurubis zwar geringfügig von 210 auf 208 Euro, bestätigten jedoch gleichzeitig ihre Einstufung mit „Outperform“. Das Votum signalisiert anhaltendes Zutrauen in die Ertragskraft der Hamburger, selbst wenn die Vorgaben leicht justiert wurden.
Rückendeckung erhält der Konzern zudem von Großinvestorenseite. Laut einer Pflichtmitteilung baute die Rossmann Beteiligungs GmbH ihr Engagement bei dem MDAX-Konzern aus. Nach einer Schwellenberührung am 8. Oktober stieg der Gesamtstimmrechtsanteil von zuvor 21,36 Prozent auf 21,59 Prozent. Davon entfallen 16,39 Prozent auf direkt gehaltene Stimmrechte sowie 5,19 Prozent auf Finanzinstrumente.
Modernisierung am Heimatstandort läuft parallel
Neben der langfristigen Kundenbindung über mehrjährige Prämienmodelle treibt das Management den Ausbau der eigenen Produktionsinfrastruktur voran. Für den Standort Hamburg genehmigte der Konzern den Bau einer hochautomatisierten Vorverarbeitungsanlage für metallhaltige Zwischenprodukte.
Mithilfe moderner Sensor- und Röntgentechnik sollen künftig kupfer- und edelmetallhaltige Materialien präzise getrennt, sortiert und beprobt werden. Die Inbetriebnahme dieses Vorhabens ist für Ende 2028 geplant.
Zusätzlichen Rückenwind erfährt das Unternehmen durch die Rohstoffpolitik der Europäischen Union. Medienberichten zufolge wählte die Europäische Kommission ein Recyclingvorhaben von Aurubis als eines von acht geförderten deutschen Rohstoffprojekten aus. Damit verbindet der Hamburger Konzern die langfristige vertragliche Absicherung auf der Abnehmerseite mit gezielten Investitionen in die Aufbereitung komplexer Rohstoffe.
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