Aurubis- vs. Umicore-Aktie: Rendite-König gegen Sorgenkind

Aurubis dominiert mit starken Gewinnen und Kursgewinnen, während Umicore unter der E-Auto-Flaute und roten Zahlen leidet. Der Vergleich zeigt zwei gegensätzliche Investment-Ansätze.

Aurubis Aktie
Kurz & knapp:
  • Aurubis mit über 100% Kursplus in einem Jahr
  • Umicore verzeichnet massiven Umsatz- und Gewinneinbruch
  • Kupferrecycler profitieren von realer Nachfrage
  • Batteriespezialist setzt auf technologischen Turnaround

Es ist ein Duell mit vertauschten Rollen. Lange Zeit galt Umicore als der strahlende Zukunfts-Highflyer der E-Mobilität, während Aurubis als staubiger Kupferkocher wahrgenommen wurde. Doch das Blatt hat sich gewendet – und zwar gewaltig. Während Aurubis an der Börse ein Kursfeuerwerk abbrennt und sich die Marktkrone aufsetzt, kämpft Umicore mit Gegenwind.

Anleger stehen heute, am 24. Januar 2026, vor einer entscheidenden Frage: Ist die Rallye bei Aurubis schon zu heiß gelaufen, oder bietet der abgestürzte Batterie-Spezialist Umicore jetzt die Chance des Jahrzehnts? Ein direkter Schlagabtausch der beiden Material-Giganten.

Wer dominiert das Parkett?

Ein Blick auf die Kurszettel offenbart eine brutale Divergenz. Aurubis hat in den letzten zwölf Monaten eine Performance von über 107 % hingelegt. Die Aktie strotzt vor Kraft und notiert bei gut 152 Euro. Das Momentum ist eindeutig auf der Seite der Hamburger.

Ganz anders die Stimmung bei den Belgiern: Umicore handelt um die 19 Euro und hat massiv an Boden verloren. Diese Entwicklung hat auch die Machtverhältnisse verschoben. Mit einer Marktkapitalisierung von 6,64 Milliarden Euro hat Aurubis den Rivalen Umicore (4,57 Milliarden Euro) mittlerweile deutlich überflügelt. Der Markt spricht hier eine klare Sprache: Er setzt derzeit auf solide Cashflows statt auf wackelige Zukunftsvisionen.

Kupfer-Kessel oder Batterie-Labor?

Doch womit verdienen die Konzerne ihr Geld? Hier prallen zwei Welten aufeinander, auch wenn beide im Kern Recycler sind.

Aurubis ist das industrielle Arbeitspferd. Als einer der weltweit größten Kupferrecycler und Anbieter von Nichteisenmetallen profitiert der Konzern direkt vom Hunger der Weltwirtschaft nach Kupfer. Egal ob Stromleitungen, Windräder oder Datencenter – ohne das rote Metall geht nichts. Das integrierte Hüttennetzwerk erlaubt es Aurubis, selbst komplexesten Schrott effizient zu verarbeiten. Das Geschäft brummt, weil die Nachfrage real und sofort da ist.

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Umicore hingegen hat sich als Technologie-Schmiede positioniert. Der Fokus liegt auf Katalysatoren und vor allem auf Kathodenmaterialien für E-Auto-Batterien. Das klang lange sexy, entpuppte sich zuletzt aber als Stolperfalle. Die Abkühlung im EV-Markt trifft die Belgier hart. Zwar ist die Recycling-Sparte stark, doch die Wette auf die Elektromobilität fordert derzeit ihren Tribut.

Zahlen-Check: Wer liefert Gewinne?

Im direkten Finanz-Vergleich zeigt sich, warum Aurubis derzeit die Nase vorn hat. Während die Hamburger Gewinne einfahren, musste Umicore zuletzt tief in die roten Zahlen greifen.

KennzahlAurubis (DE0006766504)Umicore (BE0974320526)
Börsenwert€ 6,64 Mrd.€ 4,57 Mrd.
KGV (TTM)12,31Negativ
Umsatz (Geschäftsjahr)€ 18,23 Mrd.€ 15,40 Mrd.
Umsatzwachstum+6,1 %-23,7 %
Eigenkapitalrendite (ROE)10,75 %9,11 %
Gewinn je Aktie (EPS)€ 11,99-€ 6,15

Stand der Daten: 24. Januar 2026. TTM = Trailing Twelve Months.

Aurubis glänzt mit einem moderaten KGV von rund 12, was angesichts des Wachstums attraktiv wirkt. Das Unternehmen ist profitabel und wächst beim Umsatz. Umicore hingegen schockte mit einem negativen Ergebnis je Aktie, verursacht durch massive Abschreibungen in Höhe von 1,6 Milliarden Euro. Auch der Umsatzeinbruch von fast 24 % zeigt, wie stark die Flaute im Batterie-Sektor durchschlägt. Einzig die Eigenkapitalrendite ist bei beiden noch auf einem vergleichbaren Niveau, was für die Substanz von Umicore spricht, sobald die Sonderfaktoren verdaut sind.

Wo liegt die Fantasie?

Die Börse handelt die Zukunft. Was könnte den Kursen neuen Schub verleihen?

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Bei Umicore klammert man sich an den „Turnaround“. Ein Hoffnungsschimmer leuchtete am 14. Januar auf, als die EU-Kommission ein Joint Venture mit HS Hyosung genehmigte. Ziel: Silizium-Anoden für die nächste Batterie-Generation. Gelingt hier der technologische Durchbruch, könnte die Aktie ein massives Comeback feiern. Doch das ist Musik für die Zukunft. Kurzfristig blicken Anleger nervös auf den 19. Februar, wenn neue Zahlen auf den Tisch kommen.

Aurubis spielt die Karte der Stabilität. Die nächsten Quartalszahlen stehen am 5. Februar an, gefolgt von der Hauptversammlung am 12. Februar. Analysten und Anleger erwarten die Bestätigung, dass der Kupfer-Boom anhält. Die Gefahr hier? Die Erwartungen sind hoch. Jede kleine Enttäuschung könnte bei der starken Performance zu Gewinnmitnahmen führen. Zudem bleibt der Konzern abhängig von schwankenden Rohstoffpreisen.

Fazit: Sicherheit gegen Risiko-Wette

Wer gewinnt dieses Duell? Das hängt ganz von den Nerven des Anlegers ab.

Aurubis ist der klare Punktsieger im „Hier und Jetzt“. Die Aktie ist die Wahl für Investoren, die auf einen etablierten Trend (Elektrifizierung) setzen wollen, ohne auf spekulative Tech-Wetten angewiesen zu sein. Die Bewertung ist trotz der Rallye nicht abgehoben, die Bilanz ist solide. Aurubis ist der Fels in der Brandung.

Umicore ist die klassische „Gefallener Engel“-Wette. Wer hier einsteigt, greift ins fallende Messer – oder fängt den Boden. Die Risiken sind durch die Abhängigkeit vom stotternden E-Auto-Markt und die hohe Verschuldung real. Doch wer daran glaubt, dass die E-Mobilität ihren zweiten Frühling erlebt und Umicore seine technologische Stärke ausspielen kann, findet hier ein Aufholpotenzial, das Aurubis in dieser Form nicht mehr bieten kann.

Das Urteil: Aurubis für das ruhige Gewissen, Umicore für das starke Nervenkostüm.

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Über Dr. Robert Sasse 1321 Artikel

Dr. Robert Sasse: Ökonom, Unternehmer, Finanzexperte

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom, erfahrener Unternehmer und anerkannter Experte für Finanzmärkte. Mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung in der Analyse von Aktienmärkten und wirtschaftlichen Zusammenhängen verbindet er wissenschaftliche Fundierung mit unternehmerischer Praxis. Er unterstützt Anleger, die langfristigen Vermögensaufbau und finanzielle Unabhängigkeit durch fundierte Strategien anstreben.

Werdegang und Erfahrung

Dr. Sasses Laufbahn ist geprägt von akademischer Exzellenz und praktischer Marktkenntnis. Er promovierte in Wirtschaftswissenschaften und hält einen Master of Science in Marketing und Sales sowie einen Abschluss als Betriebswirt. Bereits während und nach dem Studium sammelte er in renommierten Analystenhäusern und Unternehmen tiefgreifende Erfahrungen in der Bewertung von Aktien und Fonds.

Als Gründer und Geschäftsführer der YES Investmedia GmbH ist er unternehmerisch im Bereich der Finanzpublikationen tätig. Seine Expertise umfasst die Analyse komplexer wirtschaftlicher Themen wie demographischer Wandel oder globaler Markttrends sowie deren Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Durch seine langjährige Tätigkeit hat er sich als Autor zahlreicher Analysen und Kommentare zu wirtschaftlichen und börsenrelevanten Themen etabliert.

Philosophie und Ansatz

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