Australiens Arbeitslosenquote ist im August 2026 überraschend auf 4,6 Prozent gestiegen und hat damit den höchsten Stand seit Ende 2021 erreicht. Zwar schuf die Wirtschaft im selben Zeitraum netto 39.500 neue Stellen, doch drängten zeitgleich noch mehr Menschen auf den Arbeitsmarkt, als neue Jobs entstehen konnten. Der australische Dollar geriet unmittelbar nach Veröffentlichung der Daten spürbar unter Verkaufsdruck.
Die Landeswährung gab im asiatischen Handel nach und rutschte auf rund 0,702 US-Dollar ab. Auch gegenüber dem Euro und dem japanischen Yen verzeichnete der Aussie Verluste. Händler reagierten vor allem darauf, dass sich der heimische Arbeitsmarkt trotz robuster Stellenschaffung spürbar abkühlt.
Verantwortlich für das Zusammenspiel aus Stellenwachstum und steigender Quote ist die Erwerbsbeteiligung. Zuvor inaktive Personen strömen zurück auf den Markt und suchen aktiv Arbeit. Die Erwerbsquote kletterte dadurch auf einen Höchststand von 67,1 Prozent. Parallel dazu wuchs die Zahl der registrierten Arbeitslosen auf knapp 723.000 Personen an, während das Segment der Vollzeitstellen sogar leicht schrumpfte.
Notenbank hält Kurs trotz steigender Arbeitslosigkeit
Für die Reserve Bank of Australia ändert der Anstieg der Erwerbslosenquote vorerst wenig an ihrer straffen Ausrichtung. Die Notenbank signalisierte bereits, dass eine Arbeitslosenquote von bis zu fünf Prozent notwendig sein könnte, um den Preisdruck dauerhaft zu brechen. Ein etwas lockerer Arbeitsmarkt gilt den Währungshütern daher eher als Voraussetzung für stabile Preise, nicht als Krisensignal.
Die Kerninflation liegt mit 3,6 Prozent weiterhin klar über dem Notenbank-Zielband. Treibstoff für neue Inflationssorgen liefern auch die internationalen Rohstoffmärkte, wo Rohöl wieder über die Marke von 100 Dollar je Barrel kletterte.
Nach bereits drei Straffungen im laufenden Jahr liegt der Leitzins aktuell bei 4,35 Prozent. An den Terminmärkten wird die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Anhebung in der kommenden Woche auf 95 Prozent taxiert. Die Zinssätze könnten demnach im aktuellen Zyklus einen Höchststand von 5,1 Prozent erreichen.
Für die Zinsentscheidung in der kommenden Woche ist die Marschrichtung damit weitgehend vorgezeichnet. Sollte der Leitzins tatsächlich weiter angehoben werden, wird sich zeigen, ob der Zinsvorsprung ausreicht, um den Wechselkurs der Landeswährung wieder zu stabilisieren.


