Australiens Notenbank bereitet nächsten Zinsschritt vor

Die Kernrate stieg im dritten Quartal auf 3,7 Prozent; über den nächsten Zinsschritt entscheidet die Zentralbank Anfang November.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Kerninflation übertrifft Prognosen im dritten Quartal
  • Kernrate bleibt oberhalb des Zielkorridors
  • Leitzins im September auf 4,60 Prozent angehoben
  • Zinsentscheidung fällt am 2. und 3. November

Australiens Notenbankchefin Michele Bullock stellt eine erneute Zinsanhebung zur Debatte. Grund dafür ist eine unerwartet zähe Kerninflation, die sich über dem Zielkorridor der Währungshüter festsetzt. Um den Preisauftrieb dauerhaft einzufangen, stellt die Zentralbank die Preisstabilität über das heimische Wirtschaftswachstum.

Die jüngsten Teuerungsdaten liefern Argumente für eine straffere Geldpolitik. Zwar lag die jährliche Gesamtrate im dritten Quartal wie erwartet bei 3,9 Prozent. Allerdings beschleunigte sich die bereinigte Kernrate auf 3,7 Prozent und übertraf damit die Prognosen.

Damit verharrt die Kernteuerung über dem Zielkorridor der Zentralbank von zwei bis drei Prozent. Der heimische Arbeitsmarkt zeigt sich trotz leicht steigender Arbeitslosigkeit weiterhin robust. Bullock betonte bei einer parlamentarischen Anhörung, dass eine längere Phase gedämpfter Nachfrage nötig sei, um den Kapazitätsdruck wirksam abzubauen.

Teure Energie und Druck durch Technologieausgaben

Für den anhaltenden Preisauftrieb sorgen vor allem externe Faktoren. Der Nahostkonflikt treibt die weltweiten Energiepreise und verteuert Kraftstoffe. Daneben identifizierte die Notenbankchefin einen weiteren Faktor: Der Boom um Künstliche Intelligenz treibt die Preise für Technologiegüter und Elektronikkomponenten an.

Die Währungshüter hatten den Leitzins bereits im September auf 4,60 Prozent angehoben. Insgesamt summierten sich die Zinsschritte in diesem Jahr auf einen vollen Prozentpunkt. Zwar belasten die Finanzierungskosten viele Haushalte spürbar. Dennoch genießt das Senken der Inflation für die Notenbank Vorrang vor kurzfristigen Konjunktursorgen.

Zinsentscheid am 2. und 3. November

Am Devisenmarkt legte der australische Dollar nach Veröffentlichung der Daten um 0,25 Prozent auf 0,7043 Dollar zu. Ob die Währungshüter die Zügel weiter anziehen, entscheidet sich bei der nächsten Zinssitzung am 2. und 3. November. Bereits im Vorfeld hatte Vize-Gouverneur Andrew Hauser gewarnt, dass sich der Ausblick für die Teuerung spürbar verschlechtert habe.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.