Der Gebrauchtwagenhändler AUTO1 hat im zweiten Quartal 2026 deutliche Zuwächse bei Absatz und Umsatz erzielt. Das Berliner Unternehmen bekräftigte zudem die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr und festigte seine Finanzierungsbasis durch eine neue Verbriefungstransaktion. Trotz der operativen Fortschritte notiert das Papier heute bei 21,22 Euro und weist im Vergleich zum Stand seit Jahresbeginn einen Rückgang von 22,27 Prozent auf.

Operatives Wachstum und Ergebnissprung im Frühjahr

Im Zeitraum von April bis Juni steigerte das Unternehmen seinen Fahrzeugabsatz signifikant. Medienberichten zufolge kletterte die Zahl der verkauften Einheiten um 19,9 Prozent auf insgesamt 240.298 Fahrzeuge. Parallel dazu legte der Umsatz um 23,4 Prozent zu und erreichte ein Niveau von 2,4 Milliarden Euro. Besonders deutlich verbesserte sich die Profitabilität: Das bereinigte EBITDA wuchs um 38,4 Prozent auf 58,6 Millionen Euro.

Diese Entwicklung stützt den Optimismus der Konzernführung für das Gesamtjahr. Das Management bestätigte am 29. Juli die bestehende Guidance für 2026. In der Sparte Merchant wird ein Absatz zwischen 815.000 und 865.000 Einheiten angestrebt, während das Retail-Segment 125.000 bis 135.000 Fahrzeuge beisteuern soll.

Beim Bruttogewinn rechnet AUTO1 weiterhin mit einem Wert zwischen 1,1 und 1,2 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA für das Gesamtjahr wird in einer Spanne von 250 bis 275 Millionen Euro erwartet.

Optimierte Finanzierungsstruktur und stabile Kapitalbasis

Zur weiteren Absicherung des Wachstums schloss AUTO1 am 29. Juli die öffentliche ABS-Transaktion „FinanceHero 3“ erfolgreich ab. Bei dieser Verbriefung von Forderungen wurde erstmals ein vertikaler Risikoselbstbehalt eingeführt. Dieser Schritt dient der Optimierung der Kapitalstruktur und unterstreicht die Strategie, die Finanzierung der Handelsaktivitäten auf eine breite institutionelle Basis zu stellen.

Die Marktkapitalisierung des Konzerns beläuft sich aktuell auf 4,60 Milliarden Euro. In der Aktionärsstruktur zeigten sich zuletzt Verschiebungen bei großen institutionellen Adressen.

Eine Stimmrechtsmitteilung vom 4. August belegt, dass die Investmentbank Goldman Sachs ihren Gesamtanteil aus Aktien und Finanzinstrumenten leicht auf 15,69 Prozent erhöht hat, nachdem dieser zuvor bei 15,49 Prozent gelegen hatte. Bereits am 30. Juli war bekannt geworden, dass Morgan Stanley eine Beteiligung von insgesamt 25,07 Prozent an dem Unternehmen hält.

Ausblick auf den Halbjahresbericht

Nach der Vorlage der Eckdaten zum zweiten Quartal rückt nun die detaillierte Bilanz des ersten Halbjahres in den Fokus der Anleger. Das Unternehmen wird am 2. September den vollständigen Halbjahresfinanzbericht 2026 vorlegen.

Beobachter erwarten von dieser Veröffentlichung nähere Informationen zur Kostenstruktur und zur Entwicklung der Margen in den einzelnen Geschäftsbereichen, um die Nachhaltigkeit des jüngsten EBITDA-Wachstums bewerten zu können.