Der US-Lackhersteller Axalta Coating Systems schließt sich mit dem niederländischen Farb- und Beschichtungsgiganten Akzo Nobel zusammen. Die beiden Konzerne gaben am Dienstag ihre Fusion zu gleichen Teilen bekannt – ein Deal mit einem Gesamtunternehmenswert von rund 25 Milliarden Dollar.

Für Aktionäre von Axalta bedeutet das: Sie erhalten für jede gehaltene Aktie 0,6539 Papiere des neuen kombinierten Unternehmens. Nach Abschluss der Transaktion werden die bisherigen Akzo-Nobel-Anteilseigner 55 Prozent am fusionierten Konzern halten, Axalta-Aktionäre die verbleibenden 45 Prozent.

Der zweite Anlauf

Pikantes Detail: Bereits 2017 hatten beide Unternehmen mit einem Zusammenschluss geliebäugelt, konnten sich damals aber nicht auf die Konditionen einigen. Nun also der erneute Versuch – und diesmal scheint es ernst zu werden. Der Abschluss ist für Ende 2026 oder Anfang 2027 geplant.

Die Fusion muss noch von den Aktionären beider Konzerne sowie von den Regulierungsbehörden abgesegnet werden. Bis dahin haben beide Unternehmen ihre laufenden Aktienrückkaufprogramme mit sofortiger Wirkung gestoppt.

Milliardenschwere Synergien versprochen

Der fusionierte Konzern soll einen Jahresumsatz von 17 Milliarden Dollar erwirtschaften. Das Management verspricht dauerhafte Kosteneinsparungen von etwa 600 Millionen Dollar pro Jahr – 90 Prozent davon sollen innerhalb der ersten drei Jahre nach dem Zusammenschluss realisiert werden.

Die neue Gesellschaft wird unter niederländischem Recht organisiert, mit Doppelsitz in Amsterdam und Philadelphia. Nach einer Übergangsphase mit Doppelnotierung an der Euronext Amsterdam und der New York Stock Exchange sollen die Aktien langfristig nur noch an der NYSE gehandelt werden.

Führungswechsel bereits geklärt

An der Spitze des fusionierten Unternehmens wird Greg Poux-Guillaume stehen, derzeit noch CEO von Akzo Nobel. Chris Villavarayan, aktueller Chef von Axalta, übernimmt die Position des stellvertretenden CEO. Als Finanzchef ist Carl Anderson vorgesehen, bisher CFO bei Axalta.

Der Aufsichtsrat wird aus elf Mitgliedern bestehen – vier von jedem Unternehmen plus drei unabhängige Vertreter. Den Vorsitz übernimmt Rakesh Sachdev, derzeit Chairman bei Axalta.

Die Aktionäre von Akzo Nobel können sich zudem über eine Sonderdividende von 2,5 Milliarden Euro freuen – abzüglich der regulären Dividendenzahlungen, die 2026 vor Abschluss der Transaktion fließen.