Axfood AB Aktie: Erste Schattenseiten

Der schwedische Lebensmittelhändler Axfood meldet starke Quartalszahlen und Marktanteilsgewinne, doch hohe Investitionen und die Integration von City Gross belasten die Anlegerstimmung.

Axfood AB Aktie
Kurz & knapp:
  • Kursverlust von über fünf Prozent trotz Rekordergebnis
  • Umsatz- und Gewinnwachstum im Einzelhandel übertrifft Markt
  • Milliardeninvestition in automatisierte Logistik angekündigt
  • Nachhaltigkeitsziel bei Transportflotte erreicht

Die Aktie des schwedischen Lebensmittelhändlers Axfood (ISIN: SE0015811963) brach am 29. Januar 2026 um 5,18 Prozent ein – von 310,05 auf 293,95 Euro. Das Paradoxe: Das Unternehmen hatte gerade starke Quartalszahlen vorgelegt und zum elften Mal in Folge Marktanteile gewonnen. Was steckt hinter dieser Reaktion?

Die vorgelegten Zahlen sprechen eigentlich eine klare Sprache: Der Konzernumsatz kletterte im vierten Quartal 2025 um 4,4 Prozent auf 22,8 Milliarden Schwedische Kronen. Noch beeindruckender entwickelte sich das Einzelhandelsgeschäft mit einem Plus von 8,7 Prozent – deutlich über dem Marktwachstum von 4,5 Prozent. Für das Gesamtjahr 2025 verzeichnete Axfood ein Umsatzwachstum von 6,1 Prozent auf 89,2 Milliarden Kronen.

Auch beim Gewinn lieferte der Konzern ab: Das operative Ergebnis schoss im Schlussquartal von 629 auf 860 Millionen Kronen in die Höhe. Die bereinigte operative Marge verbesserte sich von 3,5 auf 3,8 Prozent. Der Nettogewinn verdoppelte sich nahezu von 361 auf 574 Millionen Kronen.

Alle Ketten im Aufwind – aber reicht das?

Die Discountkette Willys steigerte ihren Umsatz um 5,3 Prozent auf 12,5 Milliarden Kronen, Hemköp kam auf ein Plus von 5,4 Prozent. Selbst die im November 2024 übernommene Problemkette City Gross zeigte mit einem vergleichbaren Wachstum von 3,0 Prozent erste Fortschritte. Der bereinigte operative Gewinn von City Gross erreichte 28 Millionen Kronen – nach einem Verlust von 40 Millionen im Vorjahresquartal.

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Könnte genau hier der Knackpunkt liegen? Investoren scheinen skeptisch zu sein, ob die Turnaround-Strategie bei City Gross aufgeht. Das Management erwartet erst in der zweiten Jahreshälfte 2026 schwarze Zahlen für die Kette – ein langer Weg mit ungewissem Ausgang.

Milliarden-Investition in Automatisierung

Am 29. Januar 2026 verkündete Axfood zudem eine strategische Weichenstellung: Für ein hochautomatisiertes Logistikzentrum in Kungsbacka investiert der Konzern 265 Millionen Euro in Automatisierungstechnik. Die Ausgaben verteilen sich auf die Jahre 2026 bis 2031. Für 2026 plant Axfood Gesamtinvestitionen zwischen 2,2 und 2,3 Milliarden Kronen.

Diese Summen könnten Anleger beunruhigen – schließlich belasten sie zunächst die Margen, bevor sie langfristig Effizienzgewinne bringen. In einem hart umkämpften Markt mit preissensiblen Kunden ist das ein Drahtseilakt.

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Nachhaltigkeits-Meilenstein erreicht

Einen bemerkenswerten Erfolg meldete der Konzern parallel: Sämtliche Transporte zwischen Lagerhäusern und Filialen laufen nun ausschließlich mit erneuerbaren Energien. Über 200 konzerneigene Lkw sowie mindestens ebenso viele Fahrzeuge von Auftragnehmern wurden innerhalb von nur zwei Jahren auf Biogas, HVO und Strom umgestellt. Bereits 15 Prozent der eigenen Flotte fährt elektrisch – bis 2030 sollen es mindestens 50 Prozent sein.

Der Vorstand schlug eine Dividendenerhöhung auf 9,00 Kronen je Aktie vor (zuvor 8,75 Kronen), zahlbar in zwei Raten im März und September 2026. Das entspricht 83 Prozent des Nettogewinns – ein Zeichen für Vertrauen in die eigene Finanzstärke.

Warum die Börse trotzdem kalt bleibt

Trotz aller positiven Kennzahlen reagierte der Markt mit Verkäufen. Offenbar hatten Investoren noch höhere Erwartungen oder fürchten verschärften Wettbewerbsdruck. Die hohen Investitionen, die Integration von City Gross und das vorsichtige Konsumverhalten könnten die Gewinnmargen künftig unter Druck setzen. Zudem kosten nachhaltige Kraftstoffe mehr als fossile Alternativen – ein Kostenfaktor, den nicht alle Wettbewerber tragen.

Der Marktanteil von Axfood stieg 2025 auf 25,2 Prozent. Doch in einem gesättigten Markt bedeutet weiteres Wachstum vor allem eines: noch härtere Preiskämpfe. Ob die strategischen Investitionen die erhofften Wettbewerbsvorteile bringen, wird sich erst in den kommenden Quartalen zeigen.

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