AXT sichert sich Planungssicherheit für das kommende Jahr. Während die Nachfrage nach Halbleiter-Substraten für KI-Rechenzentren boomt, kämpft das Papier an der Börse mit kurzfristigem Gegenwind. Insiderverkäufe dämpfen die Euphorie über einen neuen Großauftrag.

Großauftrag aus China gesichert

Die chinesische Tochtergesellschaft Beijing Tongmei Xtal Technology hat einen langfristigen Liefervertrag mit Nanjing Casela Technologies unterzeichnet. Die Vereinbarung umfasst die Lieferung von Indiumphosphid-Wafern (InP) für das gesamte Kalenderjahr 2027. Damit festigt das Unternehmen seine Position in der Lieferkette für Hochgeschwindigkeits-Netzwerke.

Das Auftragsvolumen liegt bei rund 173 Millionen RMB. Umgerechnet entspricht das etwa 25,4 Millionen US-Dollar. Dieser Abschluss allein deckt rund 26 Prozent des gesamten Vorjahresumsatzes ab. Die Vereinbarung sieht vor, dass Casela eine feste Menge an Substraten abnimmt und die Zahlungen bereits Ende 2026 vollständig leistet.

Kapazitätsausbau und Insiderverkäufe

InP-Substrate bilden das Rückgrat für optische Transceiver in modernen KI-Infrastrukturen. Um die steigende Nachfrage zu bedienen, baut das Management die Produktionskapazitäten massiv aus. Der neue Vertrag garantiert die Abnahme und rechtfertigt die hohen Investitionen in die Fertigungsanlagen.

Die Börse reagiert dennoch verhalten. Mit einem Kurs von 77,70 Euro verliert die Aktie heute knapp vier Prozent. Marktteilnehmer blicken skeptisch auf die jüngsten Verkäufe zweier Direktoren, die Anteile für über 1,6 Millionen Dollar veräußerten. Solche Gewinnmitnahmen nach einer starken Kursrallye sorgen oft für Verunsicherung bei Privatanlegern.

Trotz des aktuellen Rücksetzers notiert das Papier weit über seinem Jahrestief von 9,30 Euro. Die technische Lage hat sich nach der extremen Volatilität der Vormonate beruhigt. Ein Auftragsbestand von über 100 Millionen Dollar sorgt für ein fundamentales Polster.

Im dritten Quartal stehen strategische Updates zur Kapazitätserweiterung an. Diese Termine entscheiden darüber, ob der Zeitplan für die Verdopplung der Produktion hält und ob neue Exportgenehmigungen für den US-Markt vorliegen.