Der Spezialist für Halbleitersubstrate AXT verliert am Donnerstag deutlich. Die Aktie fällt um 8,70 Prozent auf 52,44 Euro. Damit liegt sie 37,66 Prozent unter der 50-Tage-Linie und fast 60 Prozent unter dem Jahreshoch von 128,55 Euro.

Sell-off erfasst die gesamte Branche

AXT steht nicht allein. Die globale Halbleiterindustrie erlebt einen breiten Ausverkauf. Micron und SK Hynix verbuchten bereits zweistellige Verluste. Auslöser sind wachsende Zweifel an der Dynamik der KI-Infrastruktur-Nachfrage.

Große Tech-Konzerne wie Meta diversifizieren ihre Cloud- und Chip-Strategien. Das verunsichert die Zulieferkette für Spezialmaterialien. AXT ist besonders exponiert: Das Unternehmen produziert Hochleistungs-Substrate aus Indiumphosphid (InP) und Galliumarsenid (GaAs). Die annualisierte Volatilität liegt bei 127,5 Prozent.

Bewertung bleibt umstritten

Trotz des massiven Kursrückstands bleibt die Bewertung angespannt. Das zukünftige KGV beträgt 219,0 – der Fünfjahres-Median liegt bei 18,8. GF Value stuft die Aktie als potenziell überbewertet ein.

Parallel steigen die Kosten in der Lieferkette. Hersteller von GaAs- und InP-Wafern haben die Preise erhöht. Rohstoffkosten und Inflation in Taiwan belasten. AXT leidet besonders unter chinesischen Exportbeschränkungen für bestimmte Mineralien.

RSI signalisiert Vorsicht

Der 14-Tage-RSI liegt bei 34,5 – nahe der überverkauften Zone. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 84,11 Euro zeigt den anhaltenden Abwärtstrend.

Spannung herrscht vor den Quartalszahlen für Q2, die im Juli 2026 erwartet werden. Analysten rechnen mit einem Umsatz von rund 34 Millionen Dollar und einem Gewinn je Aktie von 0,07 Dollar. Entscheidend wird sein, ob AXT den InP-Auftragsbestand von 49 Millionen Dollar trotz der Branchenflaute abarbeiten kann.