Baidu baut seinen wichtigsten Geschäftsbereich radikal um. Der chinesische Internetriese ordnet die Mobile Ecosystem Group neu. Ziel ist es, die Schlagkraft bei E-Commerce und Künstlicher Intelligenz zu bündeln. Anleger reagieren am Montag dennoch mit Verkäufen.

Bündelung der Kräfte

Baidu verschmilzt die Werbeabteilung mit der E-Commerce-Sparte. Die neue Einheit firmiert künftig als Major Commercial Business Group. Vizepräsidentin Ping Xiaoli leitet das neue Segment. Es ist bereits die vierte Umstrukturierung innerhalb weniger Monate.

Fokus auf digitale Avatare

Parallel dazu wertet der Konzern das Geschäft mit digitalen Avataren auf. Die Abteilung für Digital Human Innovation agiert künftig als eigenständiger Bereich. Baidu setzt hierbei auf das internationale Wachstum der Marke Yi Jing.

Ende vergangenen Jahres unterstützte die Plattform bereits über 100.000 digitale Moderatoren in 30 Branchen.

Ein einzelnes Livestreaming-Event generierte zuletzt einen Warenumsatz von 55 Millionen Renminbi. Das Management will diese KI-gestützten Erlösströme nun schneller skalieren.

Marktdruck belastet Kurs

Die Aktie verliert 1,70 Prozent auf 104,20 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 18,72 Prozent.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 141,40 Euro ist das Papier weit entfernt. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei 40,5. Dieser Wert deutet auf eine anhaltende Konsolidierung hin.

Der gesamte asiatische Technologiesektor steht unter Druck. Investoren sorgen sich vor der globalen Geldpolitik und neuen US-Arbeitsmarktdaten. Die neue Struktur soll die Effizienz steigern. Das Management muss nun beweisen, dass die Verschmelzung von Werbung und Handel die operativen Margen stabilisiert.