Die französische Bankengruppe BPCE hat sich überraschend mit rund 7 Prozent an der spanischen Banco Sabadell beteiligt. Wie die Institute heute bekanntgaben, erfolgte der Erwerb der Anteile im Wege von Marktkäufen sowie über Finanzinstrumente auf freundlicher Basis. BPCE schließt einen weiteren Zukauf nicht aus, hat jedoch festgelegt, die Schwelle von 9,9 Prozent nicht zu überschreiten.
Am Markt stieß die Nachricht auf ein positives Echo. Das Papier der Banco Sabadell verteuerte sich heute um 2,7 Prozent auf 3,67 Euro. Bei diesem Kursniveau bewegt sich der spanische Banktitel unweit seines 52-Wochen-Hochs von 3,79 Euro.
Strategische Partnerschaft und Sitz im Verwaltungsrat
Der Marktwert des erworbenen Aktienpakets von rund 333,8 Millionen Anteilen belief sich auf Basis der jüngsten Notierungen auf rund 1,2 Milliarden Euro. Über die tatsächlich gezahlte Kaufsumme vereinbarten die beteiligten Parteien Stillschweigen.
Laut der Nachrichtenagentur Reuters plant die genossenschaftlich organisierte BPCE ein langfristiges Engagement in Spanien. Zudem streben die Franzosen mit Unterstützung der Sabadell-Führung vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen einen Sitz im Verwaltungsrat an.
Parallel zum Einstieg haben beide Institute Sondierungsgespräche über eine breit angelegte geschäftliche Zusammenarbeit aufgenommen. Die Kooperation soll sich auf das Firmen- und Investmentbanking, die Ausrüstungsfinanzierung sowie das Konsumentenkreditgeschäft und grenzüberschreitende Aktivitäten erstrecken. Ziel beider Häuser ist es, diese Verhandlungen Anfang 2027 abzuschließen und die operative Umsetzung einzuleiten.
Sabadell pocht auf eigenständigen Kurs
Für das Management von Banco Sabadell bedeutet der Einstieg der Franzosen eine Stabilisierung der Aktionärsstruktur. Das Institut hatte im Vorjahr einen Übernahmeversuch des spanischen Konkurrenten BBVA abgewehrt. Neben BPCE zählen unter anderem BlackRock mit rund 8,44 Prozent und der Schweizer Versicherungskonzern Zurich mit knapp 5 Prozent zu den maßgeblichen Anteilseignern.
Die Bankführung stellte zugleich klar, dass das Engagement von BPCE keine Abkehr vom bisherigen Alleingang bedeute. Die bestehende Geschäftsstrategie bleibe vollständig erhalten.
Die spanische Großbank blickt operativ auf ein profitables erstes Halbjahr 2026 zurück, in dem sie einen Nettogewinn von 971 Millionen Euro erzielte. Bis zum Jahresende peilt das Institut eine Eigenkapitalrendite von 14,5 Prozent an, gefolgt von einer weiteren Steigerung auf 16 Prozent im kommenden Jahr.
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