Banco de Sabadell hat die höchste Dividende seiner Geschichte ausgeschüttet. Während Aktionäre Milliarden kassieren, bringen sich Leerverkäufer und ausstiegswillige Großaktionäre in Stellung. Das Papier navigiert derzeit durch ein Spannungsfeld aus massiven Kapitalrückführungen und operativem Verkaufsdruck.

Insgesamt 2,5 Milliarden Euro flossen an die Anteilseigner. Das entspricht einer Zahlung von 0,50 Euro je Aktie. Die Mittel stammen aus dem Verkauf der Tochtergesellschaft TSB. Nach dem Ex-Tag am 27. Mai korrigierte der Kurs erwartungsgemäß moderat um etwa 1,3 Prozent.

Seit Beginn des Jahres verzeichnet das Papier ein Minus von rund 15 Prozent. Parallel dazu verstärken institutionelle Akteure ihre Wetten gegen die Bank. Der Marshall-Fonds hat seine Short-Position auf 0,8 Prozent des Kapitals ausgebaut — ein Investment von rund 115 Millionen Euro.

Druck durch Großaktionäre

Zusätzlicher Verkaufsdruck droht von prominenter Seite. Großaktionär David Martínez, der 3,5 Prozent der Anteile hält, signalisierte eine Ausstiegsstrategie für sein Paket von 194 Millionen Aktien. Aus der Rekord-Dividende flossen ihm zuletzt 97 Millionen Euro zu.

Die Führungsebene setzt derweil auf operative Stabilität. Ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 365 Millionen Euro soll den Kurs stützen. Für das Geschäftsjahr 2026 peilt das Management einen Gewinn von 1,7 Milliarden Euro an. Bis 2027 soll die Eigenkapitalrendite auf 16 Prozent steigen.

Regulatorische Hürden in Europa

Analysten sehen trotz der aktuellen Schwäche Potenzial. Sie rufen ein Kursziel von 3,45 Euro aus. Das entspräche einem Aufschlag von rund 19 Prozent zum aktuellen Niveau. Belastend wirkt jedoch das regulatorische Umfeld in Südeuropa.

Die Europäische Kommission kritisiert weiterhin die sogenannten „Golden Power“-Gesetze in Spanien und Italien. Diese Regelungen erschweren grenzüberschreitende Fusionen und Konsolidierungen im Finanzsektor.

Die Aktie beendete den Handel am Freitag bei 2,92 Euro. Das Management muss nun beweisen, dass die Profitabilitätsziele trotz des schwierigen Umfelds erreichbar bleiben. Das Rückkaufprogramm über 365 Millionen Euro dient dabei als Puffer gegen den erwarteten Abgabedruck der Großaktionäre.