Bank of England belässt Leitzins bei 3,75 Prozent

Die Bank of England lässt den Leitzins bei 3,75 Prozent, während Energiepreise und Inflation steigen und drei Ratsmitglieder eine Anhebung fordern.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Leitzins bleibt bei 3,75 Prozent
  • Drei Ratsmitglieder votieren für Erhöhung
  • August-Inflation steigt auf 3,1 Prozent
  • Anleihebestand soll bis 2034 verschwinden

Die Bank of England hält ihren Leitzins vorerst stabil bei 3,75 Prozent. Die Zinspause steht allerdings auf wackligem Boden, weil anziehende Energiepreise den Inflationsdruck erneut verstärken. Im geldpolitischen Ausschuss wächst bereits der Widerstand gegen das Stillhalten.

Drei Notenbanker fordern Zinsschritte

Die Entscheidung fiel mit sechs zu drei Stimmen. Drei Mitglieder des geldpolitischen Rats votierten bereits für eine Anhebung um einen Viertelpunkt auf 4,0 Prozent. Sie wollten damit verhindern, dass sich die Inflationserwartungen der Marktteilnehmer verfestigen.

Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten treibt die Preise für Rohöl und Gas nach oben. Höhere Energiekosten belasten die Wirtschaft und verändern den Ausblick für die Teuerung spürbar. Parallel dazu treiben Verkäufe am Rentenmarkt die Kreditkosten des britischen Staates nach oben.

Die britische Teuerungsrate kletterte im August auf 3,1 Prozent. Nach Einschätzung der Währungshüter dürfte der Preisauftrieb in den kommenden Quartalen weiter zulegen, womit sich die Notenbank weiter von ihrem Ziel von zwei Prozent entfernt. Handfeste Zweitrundeneffekte bei Löhnen und Preisen sind bislang zwar kaum messbar. Das Risiko solcher Folgewirkungen hat seit Juli jedoch spürbar zugenommen.

Einstimmiger Beschluss zum Abbau der Anleihen

Einigkeit herrschte dagegen an anderer Stelle. Der Ausschuss beschloss einstimmig, den Bestand an britischen Staatsanleihen aus früheren Kaufprogrammen vollständig auf null zu reduzieren.

Dieser Rückzug erfolgt über einen mehrjährigen Plan bis zum Jahr 2034. Der verbleibende Bestand soll mit einem jährlichen Tempo von durchschnittlich 46 Milliarden Pfund abgeschmolzen werden. Neben fällig werdenden Papieren sind dafür jährliche Verkäufe im Volumen von 20 Milliarden Pfund vorgesehen.

Für die nächste Zinssitzung im November rückt eine Zinsanhebung damit näher. Sollten die Energiepreise hoch bleiben oder die Inflationsrate die Marke von vier Prozent überschreiten, rechnen Ökonomen mit einer Zinserhöhung als reine Vorsichtsmaßnahme.

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