Die Bank of Japan belässt ihren Leitzins am heutigen Freitag voraussichtlich bei 1,25 Prozent. Trotz anhaltenden Preisdrucks legen Japans Währungshüter damit vorerst eine Pause ein, signalisieren an den Märkten aber bereits den nächsten Zinsschritt. An den Terminmärkten wird die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Straffung im Dezember mittlerweile auf rund 80 Prozent beziffert.
Der Yen zeigte sich im Vorfeld der Entscheidung kaum bewegt und notierte bei etwa 157,815 Yen je Dollar. Auf Monatssicht steuert die japanische Währung damit auf ein leichtes Minus von 0,2 Prozent zu. Japans Notenbanker befinden sich in illustrer Gesellschaft. Auch die Federal Reserve, die Europäische Zentralbank und die neuseeländische Notenbank traten zuletzt auf die Bremse, um die Wirkung der bisherigen Zinsanhebungen abzuwarten.
Inflationsdruck in Tokio nimmt zu
In Tokio zieht die Teuerung derweil wieder an. Die Verbraucherpreise in der japanischen Hauptstadt stiegen im Oktober auf Jahressicht voraussichtlich um 3,3 Prozent, nach 2,7 Prozent im Vormonat. Für die Kerninflation ohne frische Lebensmittel wird ein Zuwachs um 2,6 Prozent erwartet.
Diese Beschleunigung verringert den Spielraum der Zentralbank, die Zinsen dauerhaft niedrig zu halten. Marktbeobachter gehen davon aus, dass der weltweite Straffungszyklus keineswegs beendet ist. Anhaltend hohe Energiepreise und die ungelösten Spannungen im Nahen Osten treiben die Teuerungsrisiken international weiter an.
Robuste Binnennachfrage stützt geldpolitischen Kurs
Parallel zum Preisdruck zeigt sich die japanische Realwirtschaft gefestigt. Die Arbeitslosenquote liegt stabil bei 2,5 Prozent, während die Industrieproduktion im Vormonatsvergleich um 1,2 Prozent zulegen dürfte. Die Einzelhandelsumsätze weisen mit einem prognostizierten Zuwachs von 3,3 Prozent auf eine robuste Konsumnachfrage hin.
Mit dem heutigen Zinsentscheid schließt Tokio eine dichte Sitzungswoche der Notenbanken ab. In der kommenden Woche rücken die geldpolitischen Entscheidungen der Bank of England sowie der Reserve Bank of Australia in den Fokus der Devisenmärkte. Hält der Preisdruck in Japan an, dürfte die Bank of Japan ihre Zinspause bereits im Dezember beenden.


