Trotz wachsender geopolitischer Unsicherheiten bleibt Barratt Redrow auf Kurs. Der britische Wohnungsbaukonzern hat heute seinen Quartalsbericht für Q3 2026 vorgelegt und dabei sowohl die Reservierungsraten gesteigert als auch die Jahresprognose unverändert gelassen.

Die private Reservierungsrate kletterte um 3,2 Prozent auf 0,64 Einheiten pro Verkaufsstandort und Woche. Inklusive Mietwohnungsprojekte und Großverkäufe lag das Plus sogar bei 6,3 Prozent. Das Vorauftragsbuch wächst ebenfalls: Mit einem Gesamtvolumen von 3,54 Milliarden Pfund über 11.395 Einheiten liegt es wertmäßig rund 13 Prozent über dem Vorjahresniveau. Für das Gesamtjahr ist das Unternehmen bereits zu 94 Prozent vorausverkauft.

Starke Bilanz, vorsichtigere Landstrategie

Auf der Finanzseite gibt es eine positive Überraschung: Die Nettoliquidität zum Jahresende wird nun mit 550 bis 650 Millionen Pfund erwartet — rund 150 Millionen Pfund höher als bisher in Aussicht gestellt. Grund dafür sind geringere Landausgaben sowie die zeitliche Verschiebung von Sanierungszahlungen ins nächste Geschäftsjahr.

Gleichzeitig hat das Management die Genehmigungen für Grundstückskäufe spürbar gedrosselt. Die Zielgröße für das Gesamtjahr wurde von 10.000 bis 12.000 auf 7.000 bis 9.000 Grundstücke gesenkt. CEO David Thomas begründete dies mit selektiverer Herangehensweise angesichts von Zinsunsicherheiten, Baukostenrisiken und dem Konflikt im Nahen Osten. Die Ausgaben für Grundstücke fallen entsprechend auf 700 bis 800 Millionen Pfund — nach bisher geplanten 800 bis 900 Millionen Pfund.

Redrow-Integration liefert, Ausblick bleibt stabil

Die Eingliederung von Redrow trägt inzwischen konkret zur Ertragskraft bei. Sämtliche 100 Millionen Pfund an Kostensynergien wurden bestätigt, und für das laufende Geschäftsjahr wird ein zusätzlicher Ergebnisbeitrag von 50 Millionen Pfund erwartet. Erste gemeinsame Verkaufsstandorte unter dem kombinierten Barratt-David-Wilson-Homes-Konzept haben bereits geöffnet — weitere sollen bis Ende Juni folgen.

Das Volumensziel von 17.200 bis 17.800 fertiggestellten Wohneinheiten für 2026 steht unverändert. Der bereinigte Vorsteuergewinn soll den Markterwartungen von rund 568 Millionen Pfund entsprechen. Das laufende Aktienrückkaufprogramm über 100 Millionen Pfund ist mit bereits eingesetzten 33,3 Millionen Pfund im Plan.

Was bleibt, ist die Frage nach der Kostenentwicklung ab 2027: Baumaterialien mit hohem Energieanteil geraten zunehmend unter Druck. Für das laufende Jahr geht Barratt Redrow noch von einer Baukosteninflation von rund 2 Prozent aus — für die Folgeperiode will das Management im Juli mehr Klarheit liefern.