Der britische Hausbauer Barratt Redrow testet ein neues Geschäftsmodell. In Südwales entstehen 576 Wohneinheiten, die nicht nur Energie sparen, sondern aktiv Geld verdienen sollen. Die Technik liefert ein Start-up.

Das Cosmeston-Farm-Projekt in Penarth gilt als eines der größten Netto-Null-Vorhaben Großbritanniens. Kern ist eine Plattform des Anbieters Levelise, die Solaranlagen, Wärmepumpen, Batteriespeicher und Ladestationen für E-Autos intelligent vernetzt. Die Bewohner können überschüssige Energie in sogenannte Flexibilitätsmärkte einspeisen. Dafür gibt es Vergütungen.

Für Barratt ist das ein Testlauf. Gelingt die Integration, ließe sich das Modell auf weitere Großprojekte übertragen. Parallel läuft in Schottland die Planung für 136 weitere Einheiten nahe Inverness – gemeinsam mit Tulloch Homes.

Markt bleibt schwierig

Der breite Immobilienmarkt gibt wenig Rückenwind. Der Halifax-Index zeigte zuletzt nur ein Preisplus von 0,5 Prozent im Jahresvergleich. Die Stimmung bleibt verhalten. JPMorgan senkte das Kursziel für Barratt drastisch – von 520 auf 350 Pence. Das Rating bleibt mit „Overweight“ zwar positiv. Der Abstand zeigt aber: Analysten rechnen mit anhaltendem Gegenwind.

Eine mögliche Entlastung kommt von der britischen Regierung. Sie führt KI-gestützte Planungstools ein. Das System „Extract“ soll Baugenehmigungen beschleunigen. Für Barratt könnte das langfristig kürzere Projektlaufzeiten bedeuten. Ein schnellerer Durchlauf verbessert die Kapitalbindung.

Aktie unter Druck

Der Kurs liegt bei 3,02 Euro. Das sind knapp 35 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 4,61 Euro. Die jüngste Erholung (plus 4,9 Prozent in sieben Tagen) reicht nicht, um den Abstand zu schließen. Der RSI von 52,4 signalisiert eine neutrale Marktlage. Weder Überkauft- noch Überverkauft-Signal.

Barratt Redrow sucht den Ausweg über Technologie und Effizienz. Ob das reicht, hängt vor allem vom Wohnungsmarkt ab. Die KI-Planungshilfen könnten im zweiten Halbjahr erste Effekte zeigen. Bis dahin bleibt der Druck auf dem Kurs hoch.