Barrick Aktie: Verkaufsdruck steigt

Ein Konflikt um die Nevada Gold Mines bedroht die geplante Ausgliederung von Barricks Kern-Assets. Gleichzeitig sinkt die Goldproduktion und die Kosten steigen deutlich an.

Barrick Aktie
Kurz & knapp:
  • Konflikt mit Partner Newmont um Nevada Gold Mines
  • Geplante Milliarden-Abspaltung in Gefahr
  • Goldproduktion erreicht 25-Jahres-Tief
  • Steigende Kosten belassen die Gewinnaussichten

Barrick Mining verlor am Dienstag 8,7 Prozent an Wert – und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Während der Goldpreis nach seinem Höhenflug wieder nachgibt, eskaliert im Hintergrund ein Machtkampf mit Newmont, der die geplante Milliarden-Abspaltung gefährdet. Die 30-Tage-Frist zur Beilegung des Konflikts läuft aus.

Goldpreis dreht – Barrick-Aktie unter Druck

Gold hatte Ende Februar noch bei 5.278 US-Dollar je Unze notiert. Nach den Luftangriffen von USA und Israel auf den Iran kletterte das Edelmetall am Montag kurzzeitig auf 5.416 Dollar, bevor es den Rückwärtsgang einlegte. Ein stärkerer US-Dollar und die Befürchtung, dass die Fed wegen der geopolitischen Spannungen die Zinsen nicht senken wird, belasten die Notierungen.

Für Barrick bedeutet das: Die Anleger ziehen sich zurück. Der rund zehnprozentige Kursrutsch spiegelt nicht nur den schwächeren Goldpreis wider, sondern auch eine kritische Neubewertung der Produktionszahlen und der Kostenaussichten.

Starker Cashflow, steigende Kosten

Im vierten Quartal 2025 förderte Barrick 871.000 Unzen Gold und 62.000 Tonnen Kupfer. Der Umsatz erreichte 6,00 Milliarden Dollar, der operative Cashflow 2,73 Milliarden und der freie Cashflow 1,62 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie lag bei 1,43 Dollar, bereinigt bei 1,04 Dollar – ein Plus von 88 beziehungsweise 79 Prozent gegenüber dem dritten Quartal.

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Die Dividende wurde auf 0,42 Dollar je Quartal angehoben, was einer Jahresausschüttung von 1,68 Dollar entspricht. Doch die Kehrseite: Die Goldproduktion sank im vierten Quartal um 19 Prozent im Jahresvergleich, im Gesamtjahr 2025 um 17 Prozent. Für 2026 rechnet Barrick mit All-in-Sustaining-Costs zwischen 1.760 und 1.950 Dollar je Unze – ein deutlicher Anstieg gegenüber 2025. Die Cash-Kosten sollen zwischen 1.330 und 1.470 Dollar liegen, nach 1.199 Dollar im Vorjahr. Verantwortlich dafür sind niedrigere Erzgrade, gestiegene Rohstoffpreise und höhere Annahmen für den Goldpreis.

Nevada Gold Mines: Das 42-Milliarden-Pulverfass

Barrick plant, seine nordamerikanischen Assets – darunter die Beteiligung an Nevada Gold Mines (NGM), das Fourmile-Projekt und eine Mine in der Dominikanischen Republik – in eine neue Gesellschaft auszugliedern und zehn bis 15 Prozent davon an die Börse zu bringen. Laut RBC-Analyst Josh Wolfson entfallen rund 60 Prozent des Marktwerts von Barrick auf NGM. Ohne diesen Kern-Asset verliert das Unternehmen seine Attraktivität.

Doch genau hier greift Newmont an. Der Joint-Venture-Partner wirft Barrick vor, Ressourcen von NGM abgezogen und in das zu 100 Prozent eigene Fourmile-Projekt umgeleitet zu haben. Newmont beruft sich auf ein vertragliches Vorkaufsrecht und sieht darin einen Verstoß gegen die Joint-Venture-Vereinbarung von 2019.

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Streit eskaliert – Frist läuft ab

Anfang Februar stellte Newmont Barrick eine formelle Rüge zu. Gemäß dem JV-Vertrag hat Barrick 30 Tage Zeit, den Mangel zu beheben oder Abhilfemaßnahmen einzuleiten. Bleibt der Konflikt ungelöst, kann Newmont vor Gericht in Nevada ziehen. CEO Mark Hill wies die Vorwürfe zurück, nannte aber keine Details: „Wir sind durch die Bedingungen des Joint-Venture-Vertrags eingeschränkt, was wir sagen können.“

Der Konflikt kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Barrick verzeichnete 2025 das sechste Jahr in Folge einen Produktionsrückgang – die niedrigste Fördermenge seit mindestens 25 Jahren. Auch für 2026 erwartet das Unternehmen sinkende Volumina, auch bei NGM.

Fourmile: Wachstumsperle oder Zankapfel?

Am 100-prozentig eigenen Fourmile-Projekt in Nevada konnte Barrick die nachgewiesenen Goldressourcen im zweiten Jahr in Folge verdoppeln. Aktuell werden 2,6 Millionen Unzen angezeigte Ressourcen (4,6 Millionen Tonnen bei 17,59 Gramm pro Tonne) und 13 Millionen Unzen vermutete Ressourcen (25 Millionen Tonnen bei 16,9 Gramm pro Tonne) ausgewiesen. Fourmile soll Teil der geplanten Abspaltung werden – doch genau diese Verknüpfung mit NGM bereitet Newmont Kopfzerbrechen hinsichtlich der Ressourcenverteilung und Bewertung.

Entscheidung steht bevor

Die 30-Tage-Frist endet Anfang März 2026. Findet Barrick keine Einigung mit Newmont, droht ein langwieriger Rechtsstreit in Nevada. Das würde die geplante Abspaltung verzögern oder ganz gefährden. Analysten sehen in dem öffentlichen Konflikt neue Fragen zur Unternehmensführung und Bewertung aufkommen. Die Lösung des Nevada-Konflikts – ob durch Verhandlung oder vor Gericht – ist der entscheidende Katalysator für die Kursentwicklung der Barrick-Aktie.

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