Der Goldpreis geriet am Freitag unter Druck, nachdem Fed-Chef Kevin Warsh beim Notenbanksymposium in Jackson Hole eine restriktivere Zinspolitik andeutete. Die Märkte preisen seither ein längeres Verharren der US-Zinsen auf hohem Niveau ein – für Goldminenwerte ein klassisch negatives Signal. Barrick Mining verlor daraufhin 3,1 Prozent und schloss bei 63,54 kanadischen Dollar.
Der Rücksetzer relativiert sich jedoch im größeren Bild: Auf Sicht von 30 Tagen steht für die Aktie ein Plus von 24 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sind es sogar 79 Prozent. Vom Rekordhoch bei 74,00 kanadischen Dollar, das die Aktie Ende Januar erreichte, trennen das Papier nun 14 Prozent.
Mit einem RSI von knapp 60 gilt die Aktie charttechnisch weder als überkauft noch als überverkauft, notiert aber weiterhin deutlich über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 55,56 kanadischen Dollar.
Konzernumbau schreitet voran
Während der Goldpreis für kurzfristige Nervosität sorgt, treibt Barrick strukturelle Weichenstellungen voran. Das Unternehmen bereitet den Börsengang seiner regionalen Goldassets in Nordamerika vor, der bis Ende 2026 abgeschlossen sein soll. An der Spitze der neuen Einheit soll Mark Hill als CEO stehen.
Der Schritt reiht sich ein in eine Serie von Portfoliomaßnahmen, mit denen der Konzern seine Struktur neu ordnet – dazu zählt auch die vor gut einer Woche finalisierte Einigung mit Newmont über die gemeinsame Nevada-Gold-Mines-Beteiligung, aus der Barrick eine Zahlung von 1,95 Milliarden Dollar erhält.
Zusätzlich baut Barrick sein Explorationsportfolio aus: Vor rund drei Tagen unterzeichnete der Konzern eine Earn-in-Vereinbarung mit GFG Resources für das Pen-Gold-Projekt in Ontario. Barrick sichert sich zunächst 60 Prozent der Anteile gegen Barzahlungen von 1,2 Millionen Dollar und Explorationsausgaben von 17,6 Millionen Dollar.
Eine Aufstockung auf 80 Prozent ist im Rahmen einer Machbarkeitsstudie möglich – ein vergleichsweise kleiner, aber strategisch typischer Schritt für einen Konzern, der sein Projektportfolio kontinuierlich erweitert.
Solide operative Basis stützt die Bewertung
Untermauert wird der langfristige Aufwärtstrend von den zuletzt vorgelegten Geschäftszahlen. Im zweiten Quartal 2026 steigerte Barrick den Nettogewinn um 50 Prozent auf 1,22 Milliarden Dollar, der Umsatz kletterte um 44 Prozent auf 5,29 Milliarden Dollar.
Die Goldproduktion von 796.000 Unzen übertraf die interne Prognose um 3 Prozent. Auf diese starke operative Entwicklung reagierte Scotiabank mit einer Anhebung der Gewinnschätzung je Aktie für das Geschäftsjahr 2026 auf 4,99 Dollar, zuvor waren es 4,71 Dollar.
Auch bei den Ausschüttungen zeigt sich Barrick großzügig: Für das zweite Quartal 2026 wurde eine Dividende von 0,175 Dollar je Aktie beschlossen, zahlbar Mitte September an die am 31. August im Aktionärsregister eingetragenen Anteilseigner. Bei den Insidergeschäften zeigte sich zuletzt ein gemischtes Bild – während eine Direktorin Ende August Aktien zukaufte, reduzierte der Personalchef des Konzerns seinen Bestand um knapp ein Viertel.
Für Anleger bleibt der kurzfristige Kursrücksetzer damit vor allem eine Funktion der Zinserwartungen, nicht der Unternehmensentwicklung. Die fundamentale Story – wachsende Gewinne, aktive Portfoliosteuerung und ein bevorstehender Spin-off – bleibt intakt.
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