BASF Agricultural Solutions hat den Registrierungsprozess für einen neuen Herbizid-Wirkstoff gestartet. Replexor Active, chemisch als Fendioxypyracil bezeichnet, soll künftig gegen resistente Unkräuter und Ungräser helfen — ein Problem, das Landwirten weltweit zunehmend zu schaffen macht.
Warum der neue Wirkstoff eine Lücke schließt
Herbizidresistente Unkräuter sind für Anbauer von Soja, Mais und Baumwolle längst zum Dauerthema geworden. Gleichzeitig schrumpft die Zahl zugelassener Wirkstoffe, weil regulatorischer Druck viele ältere Mittel vom Markt verdrängt. PPO-Herbizide gelten seit Jahrzehnten als verlässliche Basis im Resistenzmanagement — BASF erweitert dieses Portfolio nun um eine Variante, die nicht nur breitblättrige Unkräuter, sondern auch Ungräser wie Eleusine indica oder Echinochloa erfasst. Gerade bei Gräsern sind PPO-Resistenzen bislang selten, was dem neuen Mittel eine Nische verschafft.
Zu den praktischen Vorteilen zählt laut Unternehmensangaben die schnelle Wirkung sowie die Eignung für Direktsaat-Systeme, die Bodenerosion reduzieren. Der Wirkstoff soll zudem bereits bei niedrigen Aufwandmengen greifen — das erleichtert die Handhabung für Landwirte und senkt die eingesetzte Menge pro Hektar.
Zeithorizont bleibt lang
Die ersten Zulassungsdossiers sind in Brasilien und Australien eingereicht, die USA und Argentinien sollen 2027 folgen. Bis zur eigentlichen Markteinführung dürfte allerdings noch viel Zeit vergehen: BASF peilt vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen einen Start um das Jahr 2030 an. Bei voller Marktdurchdringung könnte der Wirkstoff nach Unternehmensangaben Unkrautmanagement-Programme auf mehr als 50 Millionen Hektar weltweit unterstützen.
Für das Agrarsegment, das 2025 rund 9,6 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftete, ist die Produktpipeline ein wichtiger Baustein der langfristigen Wachstumsstrategie. Bis Replexor Active tatsächlich auf den Feldern landet, bleibt der Blick vor allem auf die anstehenden Zulassungsentscheidungen in den kommenden Jahren gerichtet.
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