BASF hat am 18. August ein neues Performance Lab für Windeln und Superabsorber in Mumbai eröffnet. Das Zentrum soll die Entwicklung von Hygieneprodukten für den indischen und asiatischen Markt vorantreiben. Die Investition fällt in eine Phase, in der der Konzern nach einem umfangreichen Portfolioumbau wieder verstärkt auf Wachstumsfelder in Schwellenländern setzt.
Neues Labor als Signal für Konsumgüterchemie
Mit dem Standort in Mumbai erweitert BASF seine Präsenz im Bereich Superabsorber und Hygieneprodukte – ein Segment, das von steigender Nachfrage in bevölkerungsreichen Märkten profitiert. Für Anleger ist die Nachricht vor allem als Bestätigung der strategischen Ausrichtung interessant: Der Konzern investiert selektiv in margenstarke Spezialchemie-Nischen, während er sich zugleich von kapitalintensiven Geschäftsfeldern trennt.
Diese Trennung zeigte sich bereits Ende Juni, als BASF die Coatings-Transaktion mit dem Finanzinvestor Carlyle abschloss. Die Lacksparte wurde zu einem Unternehmenswert von 7,7 Milliarden Euro übertragen, BASF erhielt einen Zahlungsmittelzufluss vor Steuern von 5,8 Milliarden Euro und hält seither eine 40-Prozent-Beteiligung an der neuen Gesellschaft Surventis.
Solide Zahlen stützen die Kursentwicklung
Der Rückenwind aus dem operativen Geschäft ist inzwischen an der Börse angekommen. Vor über einem Monat hatte BASF seine Jahresprognose angehoben, das EBITDA vor Sondereinflüssen soll nun zwischen 6,9 und 7,7 Milliarden Euro liegen.
Seither hat die Aktie um 8,8 Prozent zugelegt. Grundlage der Anhebung waren die vorläufigen Zahlen zum zweiten Quartal: Der Umsatz kletterte auf 17,2 Milliarden Euro, ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Das EBITDA vor Sondereinflüssen erreichte 2,4 Milliarden Euro und lag damit deutlich über den Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit 2,1 Milliarden Euro gerechnet hatten. Das Ergebnis nach Steuern von 4,1 Milliarden Euro enthielt zudem einen Veräußerungsgewinn aus dem Coatings-Verkauf von 3,5 Milliarden Euro nach Steuern.
Am vergangenen Donnerstag startete zusätzlich ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu einer Milliarde Euro, das bis Ende April 2027 laufen soll. Die zurückgekauften Aktien werden eingezogen, das Grundkapital entsprechend herabgesetzt. Seit Beginn des Programms hat die Aktie um 1,8 Prozent zugelegt.
Am Freitag schloss das Papier bei 52,28 Euro, womit es rund 5 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro aus dem April notiert, aber deutlich über dem Tief von 41,55 Euro vom Oktober vergangenen Jahres liegt. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 18 Prozent zu Buche.
Agrarsparte bleibt Baustelle für die Zukunft
Am Freitag bestätigte Vorstandsmitglied Livio Tedeschi Fortschritte bei der geplanten Ausgliederung der Agrarsparte Agricultural Solutions. Die notwendigen Voraussetzungen für einen Börsengang an der Frankfurter Börse sollen bis Mitte 2027 geschaffen werden. Tedeschi war erst zum 1. Mai gemeinsam mit Mary Kurian in den Vorstand berufen worden und übernahm dabei das Ressort Agricultural Solutions von Michael Heinz, der in den Ruhestand ging.
Für Anleger bleibt die Mischung aus operativer Stärke, Kapitalrückführung und strukturellem Umbau der bestimmende Faktor. Die nächste Standortbestimmung liefert die für den 28. Oktober angesetzte Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen des dritten Quartals 2026.
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