BASF: Investoren-Allianz attackiert Kamieth wegen ETS-Kritik

Eine milliardenschwere Investorengruppe kritisiert die Lobbyarbeit des Chemiekonzerns gegen den Emissionshandel und verlangt mehr Klimaschutz.

BASF Aktie
Kurz & knapp:
  • Investorenallianz mit 1,25 Billionen Euro
  • Streit um Emissionshandel und Lobbyarbeit
  • Union Investment kritisiert Ziel-Lücke
  • Hauptversammlung am 30. April entscheidet

Der Aktienkurs eilt von Hoch zu Hoch, hinter den Kulissen formiert sich Widerstand. Eine milliardenschwere Investoren-Allianz nimmt die Klimapositionierung von BASF-Chef Markus Kamieth ins Visier. Das Bündnis rüstet sich für eine konfrontative Hauptversammlung am 30. April.

Streitpunkt Emissionshandel

Auslöser des Konflikts sind Aussagen des Konzernlenkers zum europäischen Emissionshandel (ETS). Kamieth, der in Personalunion den europäischen Chemieverband Cefic führt, bezeichnete das System kürzlich als überholt. Er warnte vor drastischen Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie. Mit dieser Haltung steht BASF im Sektor nicht allein da, ruft nun aber gewichtige Aktionäre auf den Plan.

Die Nichtregierungsorganisation ShareAction koordiniert den Protest. Sie bündelt die Stimmen von institutionellen Anlegern, die zusammen ein Vermögen von 1,25 Billionen Euro verwalten. Zu der Gruppe gehören die Schweizer Anlagestiftung Ethos, der schwedische Investor Folksam und britische Pensionsfonds. Sie fordern eine klare Zusicherung: Die politische Interessenvertretung des Ludwigshafener Konzerns muss mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2050 übereinstimmen.

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Diskrepanz zwischen Zielen und Taten

Auch Union Investment übt Kritik. Die Fondsgesellschaft stört sich an der Lücke zwischen den offiziell kommunizierten Klimazielen und der öffentlichen Lobbyarbeit gegen das ETS. Laut Vanda Rothacker, Senior-ESG-Strategin bei Union Investment, bleibt der Fahrplan zur Emissionssenkung für die Zeit nach 2030 bislang relativ unkonkret.

Ein BASF-Sprecher verteidigte den Kurs indes. Er betonte, die Klimaziele gälten unverändert, forderte aber wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen für die Transformation. Rückendeckung erhält das Management von einem Top-20-Investor, der die Forderung nach Kostenentlastungen als notwendigen Schritt für künftige Innovationen wertet.

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Volle Agenda am Stichtag

Die Klimadebatte trifft den Chemiekonzern an einem ohnehin dichten Termin. Am kommenden Dienstag legt das Management die Quartalszahlen vor und lässt über den Agrar-Spin-off abstimmen. Aktionäre entscheiden außerdem über die vorgeschlagene Dividende. Parallel dazu fließen aus dem Verkauf der Coatings-Sparte fast sechs Milliarden Euro in die Kasse. Operativ droht derweil Gegenwind von der Währungsseite. Ein schwacher US-Dollar könnte das Ergebnis im ersten Quartal um bis zu 200 Millionen Euro belasten.

An der Börse preisen Marktteilnehmer diese Risiken momentan kaum ein. Die BASF-Aktie notiert aktuell bei 54,32 Euro und kratzt damit am jüngsten 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier einen Wertzuwachs von gut 21 Prozent.

Am 30. April muss der Vorstand nun mehrere Fronten gleichzeitig moderieren. Neben der Abstimmung über die strategische Aufspaltung des Konzerns verlangen die Großaktionäre auf dem Aktionärstreffen konkrete Antworten zur künftigen Lobbyarbeit in Brüssel.

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