Wie das Unternehmen bekannt gab, erteilte die irische Wettbewerbsbehörde CCPC am 11. Juli 2026 die bedingungslose Freigabe für die Übernahme der Permanent TSB (PTSB). Mit diesem rund 1,62 Milliarden Euro schweren Zukauf verfolgt das Wiener Institut das Ziel, seine Bilanzsumme auf über 100 Milliarden Euro zu steigern.
Wachstumssprung durch Permanent TSB
Die Expansion nach Irland ist Teil einer breiter angelegten Akquisitionsstrategie. Medienberichten zufolge festigt die Bawag damit ihre Rolle als aktiver Konsolidierer im europäischen Bankensektor. Bereits am 1. November 2024 hatte der Konzern den erfolgreichen Vollzug der Übernahme der niederländischen Knab Bank gemeldet. Parallel dazu treibt das Institut die Integration des deutschen Privatkundengeschäfts von Barclays voran, für das im Juli 2024 der Kaufvertrag unterzeichnet wurde. Aus diesem deutschen Geschäftszweig erwartet das Management ab dem Jahr 2027 einen jährlichen Ergebnisbeitrag vor Steuern von über 100 Millionen Euro.
Diese strategischen Schritte spiegeln sich deutlich in der Performance der Aktie wider. Mit einem Zuwachs von 56,84 Prozent innerhalb der vergangenen zwölf Monate gehört der Wert zu den stärksten Titeln der Branche. Seit Jahresbeginn summiert sich das Kursplus auf 33,98 Prozent.
Analysten heben Kursziele deutlich an
Die jüngsten Fortschritte bei der Irland-Akquisition haben im Juli 2026 eine Reihe von positiven Analystenkommentaren ausgelöst. Besonders deutlich positionierte sich Gabor Kemeny vom Analysehaus Autonomous Research am 3. Juli 2026, der die Aktie mit „Outperform“ und einem Kursziel von 206,00 Euro einstufte. Nur wenige Tage später, am 8. Juli 2026, hob JP Morgan das Kursziel für die Bawag Group von 130,00 Euro auf 190,00 Euro an. Analyst Amit Ranjan bestätigte dabei die Einstufung „Overweight“.
Auch andere Experten sehen weiteres Potenzial für die Aktie, die aktuell 25,67 Prozent über ihrem gleitenden Durchschnitt der vergangenen 200 Tage notiert. Marlene Eibensteiner von der Deutschen Bank bekräftigte am 7. Juli 2026 ihre Kaufempfehlung („Buy“) mit einem Ziel von 188,00 Euro. Bereits am 2. Juli hatte Hugo Cruz vom Analysehaus KBW sein „Outperform“-Rating mit einem Kursziel von 182,00 Euro untermauert.
Ausblick auf das Rekordjahr 2026
Die Zuversicht am Markt wird durch die ambitionierten Ziele des Vorstands gestützt. Für das Geschäftsjahr 2026 stellt die Bawag Group einen Nettogewinn von mehr als 960 Millionen Euro sowie eine Eigenkapitalrendite (RoTCE) von über 20 Prozent in Aussicht. Ein Signal des Vertrauens in die eigene Strategie setzte zudem CEO Anas Abuzaakouk im April 2026: Medienberichten zufolge erwarb er in mehreren Tranchen insgesamt 30.000 Aktien des Unternehmens zu Preisen zwischen 148,77 Euro und 150,90 Euro.
Zudem hat die Bank ihre Kapitalstruktur weiter optimiert. Im Dezember 2025 schloss das Institut die Einziehung von 1,6 Millionen Stück eigener Aktien ab, wodurch sich die Gesamtzahl der Stimmrechte auf 77 Millionen reduzierte. Anleger richten ihr Augenmerk nun auf den 22. Juli 2026, wenn die Bawag Group ihre detaillierten Ergebnisse für das zweite Quartal und das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres vorlegen wird.
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