BAWAG PSK plant den Sprung in eine neue Größenklasse. Mit der Übernahme der irischen Permanent TSB (PTSB) will das Wiener Institut die Bilanzsumme über 100 Milliarden Euro heben. Die Mehrheit der Anteile an der irischen Bank ist bereits gesichert.
Strategischer Verzicht auf die Dividende
Die Expansion hat ihren Preis. Rund 1,6 Milliarden Euro kostet der Zukauf in Irland. Das Management wählt für die Finanzierung einen konsequenten Weg.
Gewinne aus der ersten Jahreshälfte 2026 fließen nicht an Aktionäre. Die Bank behält die Mittel stattdessen ein, um die Übernahme aus eigener Kraft zu stemmen. Analysten bewerten diesen Schritt als wertsteigernd, da das neue Irland-Geschäft langfristig höhere Erträge verspricht.
Analysten erhöhen die Kursziele
Experten reagieren positiv auf die Expansionspläne. JP Morgan-Analyst Amit Ranjan hob das Kursziel am 8. Juli auf 190,00 Euro an. Er stuft den Titel weiterhin mit „Overweight“ ein.
Mediobanca sieht sogar noch mehr Potenzial. Die Bank stuft BAWAG als „Outperform“ ein und nennt 195,00 Euro als Zielmarke. Ausschlaggebend ist die hohe Effizienz der Wiener, die bei der Kosten-Ertrags-Quote regelmäßig europäische Spitzenwerte erreichen.
Starke Kennzahlen stützen den Aufwärtstrend
Das operative Fundament ist solide. Im ersten Quartal erwirtschaftete die Bank einen Nettogewinn von 232 Millionen Euro. Die Eigenkapitalrendite erreichte dabei einen Wert von 27,6 Prozent. Das Wiener Institut gehört damit zu den profitabelsten Banken Europas.
An der Börse spiegelt sich dieser Erfolg wider. Auf Sicht von zwölf Monaten kletterte der Kurs um 61 Prozent. Trotz eines aktuellen Tagesrückgangs auf 175,10 Euro bleibt der Trend stabil. Die Aktie notiert deutlich über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 135,19 Euro.
Ende Juli veröffentlicht die BAWAG die detaillierten Halbjahreszahlen für 2026. Marktteilnehmer erwarten dann nähere Informationen zur Integration der niederländischen Knab. Ein reibungsloser Ablauf in Irland und den Niederlanden bildet die Grundlage für weitere Kurssteigerungen.
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