Das geplante Übernahmeziel Permanent TSB wächst, während Bawag den Abschluss des Kaufs vorbereitet. Im Geschäftsbericht vom Freitag meldete die irische Bank steigende Erträge und ein höheres Kreditvolumen. PTSB-Chef Eamonn Crowley erklärte zugleich, der Verkauf an Bawag verlaufe planmäßig. Für Anleger stehen damit die wirtschaftliche Entwicklung des Übernahmeziels und die noch erforderlichen Genehmigungen im Mittelpunkt.

PTSB steigert die Erträge

Wie die Irish Times am Freitag berichtete, erhöhte PTSB den Betriebsertrag in den ersten neun Monaten 2026 um 7 %. Der Nettozinsertrag legte um 9 % zu. Damit verzeichnete das Übernahmeziel vor dem geplanten Eigentümerwechsel Zuwächse bei beiden Ertragskennzahlen.

Die Geschäftsentwicklung liefert einen operativen Gegenpunkt zur Auseinandersetzung um den Verkauf. Sie beantwortet allerdings nicht die Frage, ob die Transaktion sämtliche erforderlichen Genehmigungen erhält. Geschäftliche Fortschritte und rechtliche Voraussetzungen bleiben getrennt zu beurteilen.

Das Kreditvolumen stieg zum Septemberende auf 23,4 Mrd. €. Den Abschluss des Verkaufs erwartet Crowley im vierten Quartal 2026 oder im ersten Quartal 2027. Dieser Zeitplan steht ausdrücklich unter dem Vorbehalt gerichtlicher und regulatorischer Genehmigungen.

Gegenangebot bleibt umstritten

Im irischen Gerichtsverfahren prallen weiterhin unterschiedliche Einschätzungen eines möglichen Gegenangebots aufeinander. Nach einem Bericht der Irish Times vom Mittwoch erklärte PTSB, Axis Capital sei keineswegs in der Lage, ein Angebot vorzulegen. Axis widersprach: Das Interesse sei nicht spekulativ und es gebe einen glaubwürdigen Finanzierungsweg.

Damit liegt noch kein bestätigtes Gegenangebot vor. Für Bawag ist entscheidend, dass PTSB trotz dieser Auseinandersetzung am vorgesehenen Verkaufsprozess festhält. Crowleys Aussage zum planmäßigen Verlauf ist jedoch nicht mit einer gerichtlichen Freigabe gleichzusetzen.

Bereits am 27. Oktober hatte der irische High Court über die Genehmigung der Bawag-Übernahme verhandelt. Dabei ging es auch um Einwände von PTSB-Minderheitsaktionären. Sie erhoben den Vorwurf, für den Ausstieg des irischen Staates aus der Beteiligung zahlen zu müssen.

Bawags Gewinnziel bildet den Hintergrund

Bawag bereitet sich nach Aussagen von Vorstandsvorsitzendem Anas Abuzaakouk auf die geplante Übernahme vor. Parallel dazu bietet die eigene Ergebnisentwicklung einen weiteren Maßstab für Anleger.

Reuters berichtete am 19. Oktober über einen Anstieg des Nettogewinns gegenüber dem Vorjahresquartal um 13 % auf 248 Mio. €. Allerdings lag die Risikovorsorge für Kreditausfälle über den Analystenerwartungen.

Die Gewinnentwicklung fiel damit positiv aus, während die Kreditrisiken eine Einschränkung bildeten. Für die Bewertung des geplanten Zukaufs zählt deshalb nicht allein das Wachstum von PTSB, sondern auch die Ertragskraft des Käufers.

Bawag bekräftigte das Jahresziel von mehr als 960 Mio. € Nettogewinn. Die zentrale Botschaft für Anleger lautet somit: Das Übernahmeziel wächst und der angekündigte Zeitplan gilt weiter. Der Vollzug bleibt dennoch von den ausstehenden Genehmigungen abhängig.