Bayer treibt seine Pharmasparte mit zwei regulatorischen Erfolgen in Japan voran und untermauert zugleich die Wachstumsstory seines Nieren- und Herzmedikaments Kerendia. Der Konzern meldete am Freitag gleich mehrere Fortschritte, die den Fokus wieder stärker auf das operative Geschäft lenken – nachdem die Glyphosat-Thematik zuletzt die Schlagzeilen dominiert hatte.

Zulassung für Lungenkrebs-Medikament

Bayer erhielt in Japan die Marktzulassung für Hyrnuo mit dem Wirkstoff Sevabertinib. Das Präparat richtet sich an Patienten mit HER2-mutiertem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs und darf dort künftig in allen Therapielinien eingesetzt werden. Damit erweitert der Konzern sein onkologisches Portfolio um ein weiteres zugelassenes Präparat in einem wichtigen Pharmamarkt.

Parallel dazu reichte Bayer in Japan einen Antrag auf Zulassungserweiterung für Kerendia (Finerenon) ein. Ziel ist die Behandlung von nicht-diabetischer chronischer Nierenerkrankung. Grundlage des Antrags sind positive Ergebnisse aus einer Phase-III-Studie. Sollte die Erweiterung genehmigt werden, würde sich der adressierbare Patientenkreis für das Medikament in Japan deutlich vergrößern.

Kerendia liefert kräftiges Umsatzplus

Wie stark das Medikament bereits zum Umsatzwachstum beiträgt, zeigen die Zahlen aus dem zweiten Quartal 2026: Kerendia erzielte einen Quartalsumsatz von 329 Millionen Euro, ein Plus von 80 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Bayer bekräftigte im Zuge der Quartalsberichterstattung das Ziel, mit dem Präparat im laufenden Jahr einen Jahresumsatz von über einer Milliarde Euro zu erreichen. Die neue japanische Zulassungserweiterung könnte diesem Ziel zusätzlichen Rückenwind verleihen, sofern die Behörden zustimmen.

Diese Entwicklung ist für Anleger deshalb bedeutsam, weil Bayer die Pharmasparte als Wachstumstreiber positioniert, während das Agrargeschäft und die anhaltenden Rechtsrisiken aus den Glyphosat-Verfahren das Konzernbild lange geprägt haben. Ein Medikament, das seinen Umsatz binnen eines Jahres nahezu verdoppelt, liefert dem Konzern ein Argument dafür, dass die Pharmapipeline tragfähig ist.

Finanzziele 2025 bestätigt, Blick auf 2026

Bayer bestätigte zudem am Mittwoch das Erreichen der angehobenen Finanzziele für das Geschäftsjahr 2025. Für das laufende Jahr 2026 stellte der Konzern ein „solides Jahr“ mit Fokus auf strategische Prioritäten in Aussicht – eine vorsichtige, aber positive Grundtendenz für die weitere operative Entwicklung.

Aktie nahe 50-Tage-Linie

Die Bayer-Aktie schloss am Freitag bei 48,66 Euro und legte damit um 0,4 Prozent zu. Auf Wochensicht steht ein Plus von 1,4 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat sich das Papier um 31 Prozent verteuert. Damit notiert die Aktie knapp über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 47,96 Euro, während der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von Anfang Juli bei rund zehn Prozent liegt. Die operativen Fortschritte in der Pharmasparte treffen damit auf ein Kursniveau, das trotz der jüngsten Kurserholung noch Luft nach oben zeigt.

Anleger richten den Blick nun auch auf den 14. September, wenn ein Gericht in Missouri den Rahmen des milliardenschweren Glyphosat-Vergleichs überprüft. Bis dahin dürfte die Kombination aus Pharma-Nachrichten und Rechtsrisiken das Bild der Aktie bestimmen.