Am gestrigen Donnerstag gerieten die Anteilscheine von Bayer im Sog einer allgemeinen Schwäche an den europäischen Aktienmärkten unter Druck. Der Kurs fiel um 2,1 Prozent auf 42,95 Euro zurück. Laut der Nachrichtenagentur Reuters belasteten anziehende Anleiherenditen, steigende Ölpreise sowie erneute Inflations- und Wachstumssorgen das Börsenumfeld in ganz Europa.
Durch das jüngste Minus rutschte das Papier zudem knapp unter seinen 200-Tage-Durchschnitt von 43,22 Euro. Damit spiegelt die Notierung die spürbare Zurückhaltung wider, die das Handelsgeschehen am gesamten Markt prägte.
Zeugenaussage in Missouri belastet die Stimmung
Neben dem trüben Marktumfeld stand das Unternehmen auch wegen juristischer Themen im Fokus. In einem laufenden Prozess um das Herbizid Roundup im US-Bundesstaat Missouri trat ein Onkologe in den Zeugenstand. Der Mediziner sagte vor Gericht aus, dass das Pflanzenschutzmittel für die Blutkrebserkrankungen dreier Klägerinnen verantwortlich sei.
Die juristischen Auseinandersetzungen in den Vereinigten Staaten begleiten den Konzern seit der Übernahme des US-Herstellers Monsanto. Berichte über derartige Zeugenaussagen machen den Anlegern die fortbestehenden Risiken im Agrargeschäft immer wieder bewusst, selbst wenn noch kein rechtskräftiges Urteil vorliegt.
Fortschritte im Pharmageschäft und anstehende Termine
Parallel zu den Rechtsstreitigkeiten treibt der Konzern seine strategischen Vorhaben in der Pharmasparte voran. Die US-Arzneimittelbehörde FDA nahm den ergänzenden Zulassungsantrag für das Medikament Finerenon an, das unter dem Handelsnamen Kerendia vertrieben wird.
Bayer strebt damit eine Erweiterung des Einsatzgebiets auf Erwachsene an, die an einer chronischen Nierenerkrankung ohne Diabetes leiden. Die behördliche Annahme des Antrags bedeutet allerdings noch keine Zulassung dieser zusätzlichen Indikation.
Flankiert werden die klinischen Bemühungen von Plänen zum Ausbau der globalen Infrastruktur. So kündigte Bayer an, 2,2 Milliarden US-Dollar in einen neuen pharmazeutischen Produktionsstandort im US-amerikanischen New Albany im Bundesstaat Ohio investieren zu wollen.
Klarheit über die geschäftliche Entwicklung im laufenden Jahr erwarten Marktbeobachter in wenigen Wochen. Bayer plant die Veröffentlichung der Zahlen zum dritten Quartal für den 3. November 2026. Bis zu diesem Termin dürften die Marktteilnehmer das Zusammenspiel aus operativer Dynamik, Zinsentwicklung und Rechtsrisiken genau verfolgen.
Stand heute, 9. Oktober: Bayer – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Bayer investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 9. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

