Zwei Zulassungen in Japan, ein positiver Studienerfolg und eine UBS-Hochstufung — und trotzdem will der Kurs nicht anspringen. Bei Bayer häufen sich gerade die guten Nachrichten, doch die Stimmung bleibt gedämpft. Der Grund: Im April und Juni fallen Entscheidungen, die alle Pharmaerfolge in den Schatten stellen könnten.
Pipeline liefert, Markt wartet ab
Das japanische Gesundheitsministerium hat gleich zwei Bayer-Produkte zugelassen. Eylea 8 mg erhielt die Freigabe für eine dritte Netzhautindikation — diesmal zur Behandlung von Makulaödemen nach retinalen Venenverschlüssen. In der zugrundeliegenden Studie QUASAR benötigten Patienten mit der höheren Dosis im Schnitt drei Injektionen weniger als mit der Vorgängerversion, wobei über 60 Prozent ein Behandlungsintervall von vier Monaten oder länger erreichten. Bayer erwartet, dass Eylea 8 mg bis 2026 rund 70 Prozent des gesamten Eylea-Portfolios ausmachen könnte.
Ebenfalls zugelassen wurde das MRT-Kontrastmittel Ambelvist — nach Unternehmensangaben weltweit die erste Zulassung für dieses Produkt. Es enthält 60 Prozent weniger Gadolinium als bestehende Alternativen bei gleichbleibender Bildqualität und ist für alle Altersgruppen einschließlich Neugeborener freigegeben. Zulassungsverfahren in den USA, China und der EU laufen bereits.
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Aus der Pharmapipeline kommen weitere konkrete Signale: Die Phase-III-Studie FIND-CKD für Kerendia (Finerenon) bei nicht-diabetischer chronischer Nierenerkrankung hat ihren primären Endpunkt erreicht — als fünfte positive Phase-III-Studie in Folge für das Präparat. Bayer plant eine FDA-Einreichung zur Zulassungserweiterung.
April und Juni als Weichenstellung
Trotz dieser Fortschritte notiert die Aktie aktuell bei 38,12 Euro und liegt damit rund 22 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 49,17 Euro. Belastet hatte zuletzt auch der Ausstieg des Investors Inclusive Capital Partners, der bis zu 8,5 Millionen Aktien zu 37,45 Euro je Aktie platzierte.
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Die UBS stufte Bayer inzwischen von „Neutral“ auf „Buy“ hoch und hob das Kursziel von 48 auf 52 Euro an. Analyst Matthew Weston sieht beim Glyphosatkomplex ein Chancen-Übergewicht — räumt aber gleichzeitig fortbestehende Risiken ein.
Denn das entscheidende Ereignis liegt nicht in Tokio, sondern in Washington. Am 27. April verhandelt der US-Supreme Court einen Fall, in dem Bayer anstrebt, die Umweltbehörde EPA zur alleinigen Instanz für Warnhinweise auf Pestiziden wie Roundup zu machen. Eine Entscheidung zugunsten von Bayer könnte zur Abweisung Tausender Klagen führen — Bayer wehrt sich seit der Monsanto-Übernahme 2018 gegen Klagen von knapp 200.000 Personen. Die Trump-Administration unterstützt Bayer in dieser Frage. Ein Urteil wird bis Juni 2026 erwartet.
Bereits am 24. April findet die Hauptversammlung statt, auf der eine Dividende von 0,11 Euro je Aktie zur Abstimmung steht. Die Opt-out-Frist im Roundup-Komplex läuft am 4. Juni ab — laut UBS ein Faktor, der die Wahrscheinlichkeit einer außergerichtlichen Einigung erhöht. Das zweite Quartal 2026 wird für Bayer zum Richtungsentscheid.
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