Ein politisches Gesetz aus Washington hat BayWas Sanierungsplan in seinen Grundfesten erschüttert. Der geplante Verkauf von 51 Prozent der Energietochter BayWa r.e. — ursprünglich als Kernstück der Restrukturierung für bis zu 1,7 Milliarden Euro geplant — ist gescheitert. Der Grund: Die USA strichen Anfang 2025 Subventionen für erneuerbare Energien, der erzielbare Verkaufspreis brach weg.
Energietochter als Belastung statt Aktivposten
Der sogenannte „One Big Beautiful Bill Act“ hat die Ertragsperspektiven von BayWa r.e. fundamental verändert. Statt eines EBITDA von 230 Millionen Euro im Jahr 2028 rechnet das Unternehmen nun erst für 2030 mit 150 Millionen Euro — ein Rückgang um rund 35 Prozent, der sich direkt in der Bewertung der Tochter niederschlägt. Solange diese Neubewertung aussteht, klafft eine offene Lücke in der Bilanz.
Vom angestrebten Desinvestitionsvolumen von vier Milliarden Euro hat BayWa bislang 1,3 Milliarden Euro gesichert. Das Defizit von 2,7 Milliarden Euro soll unter anderem durch den Verkauf der neuseeländischen Obsttochter T&G Global geschlossen werden. Goldman Sachs sucht seit März 2026 nach Käufern für die knapp 74-prozentige Beteiligung. T&G ist dabei kein Sanierungsfall: 2024 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 1,3 Milliarden US-Dollar und kehrte mit einem Nettogewinn von 16 Millionen US-Dollar in die Gewinnzone zurück. Ein Minderheitsaktionär aus Hongkong erschwert den Prozess jedoch — und selbst ein erfolgreicher Abschluss würde BayWa lediglich rund 300 Millionen Euro einbringen.
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Ende April: Erste Bewährungsprobe
Bis Ende April fließen aus dem Verkauf der Getreidehändlertochter Cefetra noch 45 Millionen Euro, ergänzt durch rund 62 Millionen Euro aus der Rückzahlung von Gesellschafterdarlehen. Durch die Entkonsolidierung von Cefetra sollen die Bankkredite der Gruppe um mehr als 600 Millionen Euro sinken — in der aktuellen Lage vor allem Verhandlungsmasse gegenüber den Kreditgebern.
Das eigentliche Schicksal des Konzerns entscheidet sich nämlich nicht über Marktverkäufe, sondern in Bankgesprächen. Ohne die Zustimmung von DZ Bank und HVB zu einer Verlängerung der Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026 verliert der gesamte Sanierungsplan seine operative Grundlage. Die Dimension des Vertrauensverlusts ist bereits messbar: Von einem 220-Millionen-Euro-Schuldscheindarlehen der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken wurden im Jahresabschluss 2024 bereits 60 Prozent abgeschrieben.
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Informationsvakuum bis Ende 2026
Der Jahres- und Konzernabschluss für 2025 wird sich voraussichtlich bis ins vierte Quartal 2026 verzögern. Investoren fehlt damit eine belastbare Grundlage zur fundamentalen Einschätzung des Unternehmens — und die Aktie spiegelt diesen Zustand wider. Mit einem Minus von knapp 20 Prozent seit Jahresanfang und einem Kurs rund 21 Prozent unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts zeigt der Titel, wie tief das Vertrauen in den Restrukturierungsprozess gesunken ist.
Die Prognose für 2026 hat der Vorstand bereits gestrichen, das bereinigte EBITDA-Ziel für 2027 auf rund 140 Millionen Euro gesenkt. Bis Ende 2028 soll der Konzern auf vier Kerngeschäftsfelder konzentriert sein, rund 1.300 Stellen abgebaut und der Umsatz auf etwa 10 Milliarden Euro zurückgeführt haben. Zwei Ereignisse werden den weiteren Verlauf bestimmen: die Bankeneinigung und der testierte Jahresabschluss — beides frühestens im vierten Quartal 2026.
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