Die spanische Großbank BBVA hat grünes Licht von der Europäischen Zentralbank erhalten: Bis zu 3,96 Milliarden Euro darf das Institut für Aktienrückkäufe einsetzen. Das Programm läuft bis zum 8. Dezember 2026 und kann in mehreren Tranchen umgesetzt werden.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Nachdem der Versuch scheiterte, den kleineren Rivalen Sabadell in einer feindlichen Übernahme zu schlucken, sind die Mittel nun frei für die Rückführung an die Anteilseigner. Was ursprünglich für eine Expansion gedacht war, fließt jetzt direkt zurück.

Start bereits am Montag

Die erste Phase beginnt am 22. Dezember 2025 mit einem Volumen von bis zu 1,5 Milliarden Euro. Bis spätestens 7. April 2026 soll diese Tranche abgeschlossen sein – es sei denn, das Limit von rund 557 Millionen Aktien wird vorher erreicht. J.P. Morgan SE übernimmt die Abwicklung auf dem spanischen Markt sowie auf mehreren europäischen Handelsplattformen wie Cboe Europe und Turquoise.

Mindestens 500.000 Papiere sollen an jedem Handelstag zurückgekauft werden, sofern die regulatorischen Vorgaben dies zulassen. Die Bank behält sich vor, das Programm vorzeitig zu beenden oder zu unterbrechen, falls sich die Rahmenbedingungen ändern.

Kurs verdoppelt – Kapitalkraft unter Beweis gestellt

Mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von knapp 114 Milliarden Euro hat sich der Aktienkurs der BBVA seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt. Die komplette Rückkaufsumme wurde bereits vollständig von der harten Kernkapitalquote (CET1) abgezogen – ein Signal, dass die Bank ihre Kapitalkraft unter Beweis stellt.

Bereits vor der aktuellen Ankündigung hatte das Institut nach dem gescheiterten Sabadell-Deal ein Rückkaufprogramm im Volumen von knapp einer Milliarde Euro gestartet. Mit der nun erteilten EZB-Genehmigung wird diese Strategie konsequent ausgebaut. Was bleibt, ist eine klare Botschaft an den Markt: Wenn Wachstum durch Zukäufe nicht möglich ist, profitieren die Aktionäre direkt.