Gewinn über Plan, Aktie im Minus: Die Reaktion auf die Zahlen des dritten Quartals passt auf den ersten Blick nicht zusammen. Bei genauerem Hinsehen liegt der Grund im spanischen Heimatgeschäft.
Starkes Quartal, schwächere Details
BBVA steigerte den Nettogewinn um gut 19 Prozent auf etwas mehr als drei Milliarden Euro. Der Zinsüberschuss legte um knapp 22 Prozent auf knapp 8,1 Milliarden Euro zu. Damit übertraf die Bank die Erwartungen der Experten, obwohl sie den Großteil ihres Geschäfts in Mexiko, Südamerika und der Türkei erwirtschaftet.
Die Anleger interessierte das wenig. Die Aktie gab im Handelsverlauf zeitweise gut fünf Prozent nach und rutschte auf rund 21,30 Euro. Damit setzte sich die Abwärtsbewegung fort, die Ende September begonnen hatte. Auf Sicht von 30 Tagen summierte sich das Minus zuletzt auf gut zehn Prozent.
Spanien als Schwachpunkt
Die Analysten von Jefferies sprachen von einer durchwachsenen Entwicklung im dritten Quartal. Enttäuschend sei vor allem der spanische Heimatmarkt verlaufen. Dort habe der Nettozinsertrag die Erwartungen verfehlt.
Das wiegt offenbar schwerer als der Gesamtgewinn. Marktbeobachter dürften darin ein Signal sehen, dass sich das Wachstum zunehmend auf die Auslandsmärkte stützt, während das Kerngeschäft in Spanien nicht Schritt hält.
Der gesamte Sektor stand am Vormittag unter Druck. Der Branchenindex Stoxx Europe 600 Banks verlor 0,7 Prozent. ING gab nach eigenen Zahlen um etwa 3,4 Prozent nach, während Societe Generale um ein Prozent zulegte. BBVA gehörte damit zu den schwächsten Werten der Branche.
Bewertung bleibt über dem Kurs
Das Analystenlager sieht weiter Luft nach oben. Die Kursziele von neun Analysten reichen von 23 bis 27 Euro, im Mittel liegen sie bei knapp 25 Euro. Selbst das niedrigste Ziel liegt damit über dem aktuellen Kurs.
Die Dividende von zuletzt 0,97 Euro je Aktie entspricht einer Rendite von rund 4,8 Prozent. Hält die Aktie nach dem Rücksetzer den Bereich um 21 Euro, rückt die Spanne der Analystenziele wieder stärker in den Blick. Rutscht sie darunter, wäre die Serie der Verluste seit Ende September verlängert.
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