Der Kosmetiksektor erlebt im Januar 2026 eine Renaissance, doch die beiden europäischen Platzhirsche driften fundamental auseinander. Während L’Oréal an der Börse von Rekord zu Rekord eilt, sucht Beiersdorf noch nach der richtigen Spur. Für Anleger stellt sich heute, am 28. Januar 2026, die entscheidende Frage: Setzt man auf die teure französische Perfektion oder auf den günstigen deutschen Turnaround-Kandidaten?
David gegen Goliath: Wer dominiert das Parkett?
Die Kräfteverhältnisse waren selten so eindeutig wie in diesem Jahr. L’Oréal spielt mit einer Marktkapitalisierung von über 200 Milliarden Euro in einer eigenen Liga – der Konzern ist fast zehnmal so schwer wie der Hamburger Konkurrent Beiersdorf, der rund 21,7 Milliarden Euro auf die Waage bringt.
Dieser Größenunterschied spiegelt sich massiv im Momentum wider. Während die L’Oréal-Aktie auf 385,40 Euro geklettert ist und von der Markteuphorie getragen wird, kämpft Beiersdorf bei 98,60 Euro mit dem Widerstand. Investoren honorieren derzeit eindeutig die aggressive Expansionsstrategie der Franzosen, während die defensive Stabilität der NIVEA-Mutter als weniger attraktiv wahrgenommen wird.
Teurer Luxus oder günstiges Schnäppchen?
Ein Blick auf die Bewertung offenbart die Kluft zwischen den beiden Strategien. L’Oréal wird mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 34 gehandelt. Das ist ein stolzer Preis, der jedoch durch operative Exzellenz gedeckt scheint. Trotz globaler Turbulenzen hält der Konzern seine Bruttomargen stabil über 70 Prozent. Die Anleger zahlen hier eine deutliche Prämie für Verlässlichkeit und Wachstum.
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Beiersdorf hingegen positioniert sich als klassische „Value“-Alternative. Mit einem geschätzten KGV von 21 ist die Aktie signifikant günstiger zu haben. Doch dieser Rabatt kommt nicht ohne Grund: Die Bewertung spiegelt die Skepsis des Marktes wider, ob die Hamburger ihre PS schnell genug auf die Straße bekommen. Wer hier einsteigt, wettet auf eine Aufholjagd, nicht auf den aktuellen Spitzenreiter.
Wer hat den stärkeren Motor?
Beim Wachstum zeigt L’Oréal der Konkurrenz die Rücklichter. Der französische Gigant profitiert massiv von der Markterholung und treibt das organische Wachstum in Richtung der 5-Prozent-Marke. Besonders die Luxussparte und das dermatologische Segment fungieren als verlässliche Turbos, die selbst in volatilen Phasen Marktanteile sichern.
Im direkten Vergleich wirkt Beiersdorf behäbiger. Die Prognose für das organische Umsatzwachstum 2025 musste auf etwa 2,5 Prozent korrigiert werden. Während NIVEA als Cash-Cow solide liefert, fehlt der „Wow-Faktor“. Das Tesa-Geschäft erweist sich mit einem mageren Wachstum von 1 bis 3 Prozent eher als Bremsklotz denn als Treiber. Auch im Premium-Segment bei La Prairie fehlt aktuell die Dynamik, die L’Oréal regelmäßig durch Innovationen im Beauty-Tech-Bereich entfacht.
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Zahlen im direkten Vergleich
| Kennzahl | Beiersdorf (BEI.DE) | L’Oréal (OR.PA) |
|---|---|---|
| Aktienkurs | ~98,60 € | ~385,40 € |
| KGV (2026e) | ~21x | ~34x |
| Marktkapitalisierung | ~21,7 Mrd. € | > 200 Mrd. € |
| Wachstum (Org. 25e) | ~2,5 % | ~4–5 % |
| Kursziel (Konsens) | 112 € | 435 € |
| Dividendenrendite | ~1,0 % | ~1,9 % |
Wo liegen die Chancen für 2026?
Das laufende Jahr könnte die Schere weiter öffnen – oder für eine Überraschung sorgen. L’Oréal ist stark im chinesischen Luxusmarkt engagiert. Jedes Anzeichen einer dortigen Stabilisierung wirkt wie ein Hebel auf den Kurs der Franzosen. Sie spielen ihre Preissetzungsmacht voll aus und diktieren das Tempo.
Beiersdorf hingegen kämpft einen Grabenkampf um die Marge. Das Ziel einer leichten Steigerung auf rund 13,6 Prozent ist ambitioniert, aber notwendig. Gelingt im Premium-Segment (La Prairie) nicht bald die Wende, droht die Aktie in der „Value-Falle“ stecken zu bleiben: Günstig bewertet, aber ohne Kurstreiber.
Fazit: Momentum-Monster oder Geduldsspiel?
L’Oréal bleibt der unangefochtene Goliath. Für Wachstumsinvestoren bietet die Aktie trotz der hohen Bewertung das attraktivere Risiko-Chancen-Profil, da sie Marktanteile gewinnt und starke Cashflows generiert. Es ist die Wahl für Anleger, die auf Sektor-Dominanz setzen und bereit sind, dafür einen Aufpreis zu zahlen.
Beiersdorf ist dagegen das Papier für vorsichtige Rechner. Die Bilanz ist solide, das Abwärtsrisiko bei einem KGV von 21 begrenzt. Doch ohne einen klaren Impuls bei Tesa oder im Luxussegment bleibt die Aktie vorerst ein defensiver Parkplatz für Kapital. Wer hier kauft, braucht Geduld und den Glauben an einen operativen Turnaround.
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