BHP steigt auf ein neues Allzeithoch. Am 3. Juni 2026 erreichte die Aktie 64,97 australische Dollar — umgerechnet 39,84 Euro. Damit setzt der Bergbauriese seinen spektakulären Lauf fort. Seit Jahresbeginn legte die Aktie um 51 Prozent zu. In den vergangenen zwölf Monaten summiert sich das Plus auf 87 Prozent.

Kupfer als neuer Wachstumsmotor

Der Kursanstieg von BHP ist eng an die Rekordjagd des Kupferpreises gekoppelt. Marktbeobachter sehen das rote Metall zunehmend als zentralen Werttreiber des Konzerns — ergänzend zum traditionellen Eisenerzgeschäft. Der Grund: eine strukturelle Nachfragewelle durch weltweite Elektrifizierung und Künstliche Intelligenz.

Gleichzeitig kämpft die Branche mit knappen Lagerbeständen und Angebotsengpässen. BHP reagiert nicht nur mit höherer Förderung. Der Konzern setzt auch auf modernste Technologie.

Erst kürzlich gab BHP eine Partnerschaft mit Microsoft bekannt. Gemeinsam wollen sie die Kupferausbeute verbessern. Die Microsoft Discovery Platform half dabei, über 500.000 Moleküle zu screenen. Ziel: neue Chemikalien für die Kupferlaugung identifizieren. Die KI-gesteuerte Methode soll die Gewinnungsrate aus komplexen Erzen erhöhen, Kosten senken und die Umweltbilanz verbessern.

Operative Anpassungen

Der Fokus auf operative Optimierung bleibt. Seit dem 1. Juni 2026 sitzt Mark Vassella als unabhängiges Mitglied im BHP-Verwaltungsrat. Ein klares Signal für gute Unternehmensführung in einem volatilen Rohstoffumfeld.

Zudem treibt BHP die Dekarbonisierung voran. In Zusammenarbeit mit dem Global Centre for Maritime Decarbonisation testet der Konzern tierische Abfallfette als Biokraftstoff für die eigene Schiffflotte. Ein weiterer Schritt zur Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks.

Gemischtes Marktumfeld

Trotz des positiven BHP-Trends zeigte sich der australische Gesamtmarkt uneinheitlich. Die Minenwerte stützten den ASX 200. Allerdings belasteten Konjunkturdaten die Stimmung. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im ersten Quartal nur um 0,3 Prozent zum Vorquartal — etwas schwächer als erwartet.

Die nächsten Impulse für BHP dürften im Sommer kommen. Dann legt der Konzern seine Jahreszahlen vor. Analysten halten die Aktie mehrheitlich mit einem „Halten“-Rating. Entscheidend bleibt die Kupferproduktion. Besonders die Rekordausbeute in der Riesemine Escondida in Chile steht im Fokus. Ob BHP die Produktionsziele langfristig erreicht, wird die Bewertung maßgeblich bestimmen.